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Notiz 909. Enthüllung der Verhüllung

Ester sagte zu Mordechai: „Geh, versammle alle Juden, die sich in Schuschan befinden, und fastet für mich; esst nicht … So werde ich zum König gehen, entgegen dem Gesetz; und wenn ich umkomme, so komme ich um.“

Es stellt sich die Frage: Warum speziell die Juden in Schuschan? Schließlich gab es auch Juden in Persien und Madai (Medien). Warum also sprach sie von einer Versammlung nur in Schuschan?

Um dies zu verstehen, müssen wir wissen, dass Ester sich auf Malchut bezieht, wie unsere Weisen sagten: „Woher findet sich Esther in der Tora? Es steht geschrieben: ,Und Ich werde Mein Gesicht verbergen (הסתר אסתיר)‘ (Deuteronomium 31:18).“

Der Begriff „Verhüllung“ (Hester) bezieht sich auf etwas, das der Mensch sehen oder verstehen will, aber nicht sieht und nicht versteht. Das Maß der Verhüllung wird dabei nach dem Bedürfnis des Menschen, zu wissen, bemessen. Wenn jemand keinerlei Bedürfnis nach Wissen hat, kann man nicht sagen, dass er unter der Verhüllung leidet.

Ein Beispiel:
Angenommen, eine Person arbeitet nur eine halbe Stunde am Tag und erhält ihr Gehalt einmal im Monat. Sie muss darauf vertrauen, dass sie bezahlt wird, obwohl sie niemanden kennt, der bereits ein Gehalt von dieser Firma erhalten hat. Sie glaubt also an das Unternehmen, obwohl ihr verborgen bleibt, ob und wie die Firma das Gehalt zahlt.

Wenn sie jedoch länger als eine halbe Stunde arbeiten will, hat sie ein größeres Bedürfnis zu wissen, ob die Firma das Gehalt pünktlich zahlt. Wenn sie dann Gerüchte über Zahlungsprobleme hört, leidet sie mehr unter der Verhüllung. Und wenn sie Tag und Nacht arbeiten will, ist die Verhüllung für sie noch schmerzhafter, da ihr Bedürfnis nach Gewissheit über die Bezahlung wächst.

Da das Königreich der Himmel über dem Verstand liegt, leidet jeder unter der Verhüllung. Jedoch ist für jene, die für den Schöpfer arbeiten wollen, die Verhüllung noch größer, da ihr Bedürfnis nach Wissen größer ist. Denn der Körper fragt ständig: „Was bringt euch diese Arbeit?“ Somit hängt das Maß der Frage stets davon ab, wie sehr eine Person für den Schöpfer arbeiten will.

Die Antwort darauf ist: „Stumpfe ihm die Zähne ab.“ Baal HaSulam erklärte, dass „Malchut“ (das Königreich) als „Schoschana“ (Rose) bezeichnet wird, wie es heißt: „Wie eine Rose unter Dornen“ – und das ist „Schuschan“.

Daher sollten wir zwischen den Juden in Schuschan und denen in Persien oder Madai unterscheiden.

  • Paras [Persien] bedeutet Prisa [Spaltung] in zwei Hälften, so wie „eine Hälfte am Morgen, eine Hälfte am Abend“. Dies bedeutet: „Jeder, der ,um des Schöpfers willen‘ mit etwas Anderem vermischt.“ Das heißt, man glaubt nicht, dass alles nur für den Schöpfer getan werden muss, sondern dass die Hälfte für den Bösen Trieb und die andere Hälfte für den Guten Trieb sein kann.
     
  • Madai ist verwandt mit Dai [genug], „Er sprach zu Seiner Welt: Dai! [Genug!] Breite dich nicht weiter aus.“ Dies bedeutet, dass eine Person, die Ehrfurcht vor dem Himmel hat und die Tora und Mizwot befolgt, sich damit zufriedengibt und sich nicht weiter anstrengt.

Ester sagte zu diesen Menschen nicht „Versammelt euch“, sondern nur zu jenen, die sich im Zustand von Schuschan befinden – deren Arbeit sich im Zustand von „Stumpfe ihm die Zähne ab“ befindet.

korrigiert, EY, 14.03.2025