<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek
Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 433. Doch der Ewige, dein Gott, wollte nicht hören

433. Doch der Ewige, dein Gott, wollte nicht hören

2. Marcheshvan 5732 [21. Oktober 1971]

„Doch der Ewige, dein Gott, wollte nicht auf Bileam hören, und der Ewige, dein Gott, verwandelte dir den Fluch in Segen.“1

Man muss verstehen, was daran so erstaunlich sein soll, dass der Schöpfer nicht auf die Stimme eines nichtswürdigen Menschen hören wollte. Und außerdem: Was bedeutet es, dass der Ewige den Fluch in Segen verwandelte, wo Er doch überhaupt nicht auf Bileam hörte?

In Wahrheit gibt es Ankläger, die bei Israel eine Stelle der Verfehlung finden wollen. Das bedeutet: Wenn der Mensch auf den Wegen des Schöpfers gehen will, klagt der Körper ihn an und sucht nach Verfehlungen bei Israel. Eine Verfehlung bezeichnet eine Stelle des Mangels. Der Körper findet, dass es viele Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn der Mensch in der Eigenschaft Israel sein will, denn er hat schwerwiegende Fragen und Bedenken gegen diese Eigenschaft.

Mit dieser Kraft hält der Körper den Menschen davon ab, auf dem Weg des Schöpfers zu gehen, also in der Eigenschaft Israel zu sein, wie geschrieben steht: „Mein Sohn, Mein Erstgeborener, Israel.“2 Dadurch, dass der Körper Israel anklagt und Verfehlungen, also Mängel, findet, stört und hemmt er den Menschen.

Dazu sagt der Vers, dass Er die Worte des Körpers überhaupt nicht hören wollte. Denn obwohl dieser einen Einwand erhebt, auf den sich mit Vernunft und Verstand keine schlagende Antwort geben lässt, nimmt man seine Worte dennoch überhaupt nicht an und hört nicht auf sie. Wer auf dem Weg des Schöpfers gehen will, damit der Schöpfer sein Gott ist und nichts anderes, muss daher überhaupt nicht auf die Einwände und Forderungen des Körpers hören, die aus dem Verstandesdenken kommen.

Demnach bedeutet „wollte nicht hören“, dass der Mensch dem Körper nicht mit Antworten innerhalb des Verstandes begegnen will, sondern einen Weg geht, der über Vernunft und Verstand liegt.

Und dann: „Der Ewige, dein Gott, verwandelte den Fluch in Segen.“ Das heißt: Wenn der Mensch die Einwände über dem Verstand überwindet, werden all die Anklagen, die der Körper in Form von Einwänden und Forderungen erhebt, selbst zum Auslöser dafür, dass er des Glaubens über dem Verstand würdig wird. Sonst würde er auf dem Weg des Schöpfers innerhalb des Verstandes gehen. Das wahre Kli (Gefäß), mit dem man des Lichts des Schöpfers würdig wird, liegt jedoch gerade über Vernunft und Verstand; dieses Kli heißt Kli des Gebens.

Was innerhalb des Verstandes ist, heißt dagegen Kli des Empfangens. Auf dieses Kli bezog sich die Einschränkung (Zimzum). Daraus folgt: Wenn der Mensch erreichen will, dass der Schöpfer sein Gott ist und nicht andere Götter, dann gilt „wollte nicht hören“ – und zwar überhaupt nicht. Er sagt zum Körper: „Ich will nicht hören, was du sagst.“ Dadurch verwandelte der Ewige den Fluch in Segen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. 5. Mose 23:6. ↩

  2. 2. Mose 4:22. ↩