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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 424. Der Streit zwischen Korach und Moses

424. Der Streit zwischen Korach und Moses

Es gilt, den Streit zwischen Korach und Moses zu erklären. Moses sagte, dass alles, was Korach vorbrachte, nicht gegen ihn gerichtet war, sondern gegen den Schöpfer. Korach behauptete, dass er an den Schöpfer glaubt, wie geschrieben steht: „Die ganze Gemeinde ist heilig.“1 Unsere Weisen erklären dazu: Alle hörten am Sinai „Ich bin der Ewige, dein Gott“.2 Doch an Moses, unseren Lehrer, Friede sei mit ihm, wollte Korach nicht glauben.

Bevor er jedoch persönlich betroffen war, also ein großes Zugeständnis machen musste, glaubte er an Moses. Als er aber sah, dass Elizafan die Führungsstellung erhielt, begriff er seinem Verstand nach, dass sie ihm zustand. Nun musste er Moses glauben, dass der Schöpfer es so geboten hatte. Daher war sein Glaube an Moses schon nicht mehr so groß.

Denn es genügte noch nicht, dass er an den Schöpfer glaubte, dass die Tora durch Moses gegeben worden war und dass man an ihn glauben musste. Mit dem Verstand lässt sich die Tora nicht erfassen, denn die Auffassung gewöhnlicher Menschen ist der Auffassung der Tora entgegengesetzt. Deshalb braucht man nur das Vertrauen in die Weisen (Emunat Chachamim). Ohne die Tora kann man nicht wissen, was die Auffassung der Tora und was Ehrfurcht vor dem Himmel ist, denn ein Unwissender kann kein Frommer sein.3 So steht geschrieben: „Mögen sie Mich doch verlassen, aber Meine Tora bewahren.“4

Ein Mensch kann seinem Freund nicht sagen, dass er ihm nur in einer kleinen Sache glaubt, in einer großen aber nicht. Wenn er seinem Freund in großen Dingen nicht glaubt, glaubt er ihm gewiss auch in kleinen Dingen nicht. Dass es so aussieht, als glaube er ihm in einer kleinen Sache, liegt nur daran, dass diese Sache für ihn unbedeutend ist. Deshalb denkt er: Selbst wenn die Worte seines Freundes nicht wahr sein sollten, macht das nichts aus.

Als Korach Moses in der Frage der Führungsstellung nicht glauben wollte, zeigte sich daher sofort, dass ihm auch in den übrigen Dingen der Glaube fehlte. Deshalb fragte er sofort nach einem Tallit (Gebetsschal), der ganz himmelblau ist, und nach einem Haus voller Bücher.

Vielmehr muss man im Vertrauen in die Weisen stark sein, sich unterordnen und in den eigenen Augen niedrig sein gegenüber den Gerechten (Zaddikim). Das Wesen der Niedrigkeit zeigt sich vor allem dann, wenn ein Mensch etwas tun muss, wozu sein Freund ihn verpflichtet, während seine eigene Auffassung das Gegenteil der Auffassung seines Freundes zeigt, und er sich dennoch unterordnet. Das nennt man Niedrigkeit: Er erniedrigt seine eigene Auffassung.

Das ist die Bedeutung von „Datan und Awiram“. „Datan“ bedeutet: Sie wollten, dass die Religion (Dat) im Aspekt Awi steht, also im Wollen, wie in den Worten: „Und er wollte (awa) sie nicht ziehen lassen.“5 Das ist „Awi-Ram“: Die Religion sollte im Aspekt Ram stehen, also erhaben sein, und zum eigenen Verstand passen.

Moses hingegen gab eine Religion der Niedrigkeit, die nicht zum eigenen Verstand passt, wie geschrieben steht: „Ein Tallit, der ganz himmelblau ist“, und so weiter. Daher „stiegen sie lebend in die Unterwelt hinab“.6 Zwar besaßen sie Leben, weil sie alle am Berg Sinai gestanden hatten. Doch ohne die Tora, verbunden mit dem Vertrauen in die Weisen, steigt man in die Unterwelt hinab. Es gibt keinen anderen Weg als das Vertrauen in die Weisen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. 4. Mose 16,3. ↩

  2. 2. Mose 20,2. ↩

  3. Sprüche der Väter (Awot) 2,5. ↩

  4. Jerusalemer Talmud, Chagiga 1,7; ebenso Eicha Rabba, Petichta 2. ↩

  5. 2. Mose 10,27. ↩

  6. 4. Mose 16,33. ↩