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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 438. Rette Deinen Diener, Du, mein Gott

438. Rette Deinen Diener, Du, mein Gott

Pinchas 1981

„Rette Deinen Diener, Du, mein Gott; erfreue die Seele Deines Dieners; gib Deinem Diener Deine Kraft.“ Drei Mal wurde David in diesem Lobpreis zum Diener. Dies entspricht den drei Malen, die die Verfasser der Mishna festlegten, dass der Mensch im Gebet ein Diener sein soll.

„In den ersten Segenssprüchen muss er wie ein Diener sein, der vor seinem Meister Lobpreisungen ordnet; in den mittleren wie ein Diener, der seinen Meister um ein Geschenk bittet; in den letzten Segenssprüchen wie ein Diener, der seinem Meister für das Geschenk dankt, das er von ihm erhalten hat, und fortgeht.“1

Hier wird die Ordnung der Arbeit des Menschen beschrieben. Zunächst muss der Mensch über dem Verstand an den Schöpfer glauben und vor seinem Meister Lobpreis ordnen. Das bedeutet, dass er sich als vollkommen und ohne jeden Mangel empfindet.

Bekanntlich lobt ein Mensch seinen Freund in dem Maß, in dem er empfindet, dass dieser ihm Geschenke macht. Ebenso kann er dessen Lob in dem Maß ordnen, in dem er die Größe seines Freundes empfindet. Wenn er jedoch spürt, dass ihm etwas fehlt und sein Freund dies erfüllen kann, verliert er sofort die Kraft, seinen Freund zu loben und zu preisen.

Wenn ein Mensch seine Arbeit beginnt, muss er daher im Glauben über dem Verstand gehen: Ihm fehlt nichts, vielmehr hat sein Meister alle seine Wünsche erfüllt. Dann gilt er als „vollkommen“, und ein Vollkommener kann sich mit dem Vollkommenen verbinden. Wer dagegen einen Mangel hat, kann sich nicht mit dem Vollkommenen verbinden.

Danach kann er seine Mängel ordnen wie ein Diener, der seinen Meister um ein Geschenk bittet. Nun bittet er um das, was er braucht, denn „ein Richter hat nur, was seine Augen sehen“. Er darf keinen seiner Mängel übergehen. Im Gegenteil: In dem Maß, in dem er seinen Mangel empfindet, kann er darum beten, dass sein Meister seine Wünsche erfüllt. Je mehr der Schüler fragt, desto lobenswerter ist es.

Am Ende darf er jedoch nicht im Mangel bleiben. Er muss erneut auf dem Weg des Glaubens über dem Verstand gehen und sich als vollkommen und ohne jeden Mangel betrachten. Dies ist die Bedeutung der Worte: „wie ein Diener, der seinem Meister für das Geschenk dankt, das er von ihm erhalten hat, und fortgeht.“ Er muss über dem Verstand glauben, dass alle seine Wünsche bereits erfüllt worden sind. Dies wird „Geschenk“ genannt.

Dafür dankt er seinem Meister. Denn der Mensch darf nicht in Trennung leben, indem er Beschwerden gegen seinen Meister hegt, weil dieser ihm nicht gibt, worum er bittet. Deshalb darf der Mensch nicht im Mangel bleiben, sondern muss immer in Freude sein. Damit er jedoch Gefäße zum Empfangen hat, muss er die Mängel in sich erwecken.

Beim „auf- und absteigenden Opfer“ wird dies als „Wissen am Anfang und Wissen am Ende, mit Verborgenheit dazwischen“ bezeichnet. Zwischen den beiden Erkenntnissen kann er also die Verborgenheit wahrnehmen: Er hat keinerlei Offenbarung der Wahrheit, durch die er empfinden könnte, dass seine Arbeit vor seinem Meister erwünscht ist.

Daraus folgt: Für sich selbst darf der Mensch keinen Mangel an Tora und Arbeit offenlegen. Vielmehr muss er stets über Verstand und Vernunft gehen und sich als vollkommen und ohne jeden Mangel betrachten. Dazwischen kann er entsprechend dem, was seine Augen sehen, um die Erfüllung seiner Wünsche bitten, denn dann sieht er nur seine Mängel. Danach aber muss er glauben, als seien alle seine Wünsche bereits erfüllt worden, und seinem Meister dafür danken.

Dann kann er sich darüber freuen, dass er vollkommen ist. Somit gründet seine ganze Vollkommenheit auf dem Glauben, während seine Mängel auf Wissen gründen, denn „ein Richter hat nur, was seine Augen sehen“.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Sohar, Pinchas, Sulam [Leiter-Kommentar], S. 63, Punkt 180. ↩