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453. Und die Augen beider wurden geöffnet

WaEtchanan 5742 [Juli 1982]

Im heiligen Sohar1 heißt es über den Vers „Und die Augen beider wurden geöffnet“: „Über die kommende Zukunft steht geschrieben: ‚Ich werde die Blinden auf einem Weg führen, den sie nicht kannten …‘ Denn in Zukunft wird der Schöpfer Augen öffnen, die nicht weise waren, damit sie die höhere Weisheit betrachten und erlangen, was sie in dieser Welt nicht erlangt haben, und so ihren Gebieter erkennen.“

Bei Jesaja 42 steht: „Ihr Tauben, hört! Ihr Blinden, blickt auf, damit ihr seht! Wer ist blind, wenn nicht Mein Diener, und taub wie Mein Bote, den Ich sende? Wer ist blind wie der Vollkommene und blind wie der Diener des Ewigen?“

Man muss verstehen: Hat der Schöpfer denn nur blinde Diener und nur taube Boten? Konnte Er Sich gleichsam keine Menschen ohne Makel erwählen?

Doch auf dem Weg der Arbeit für den Schöpfer, auf dem Weg der Wahrheit, gibt es immer zwei Gegensätze, wie an mehreren Stellen im Sulam (Leiter-Kommentar) erklärt wird. Auch hier ist es so zu verstehen: Wer kann ein Bote des Schöpfers sein? Gerade jemand, der „taub“ ist, weil er keine üble Nachrede hören will. Denn wenn ein Mensch im Sinne von liShma arbeiten will, widersetzt sich ihm der Körper mit allen möglichen Einwänden. Der Mensch stellt sich dann so, als hörte er nicht, was der Körper ihm sagt.

So kann er immer in Vollkommenheit bleiben. Denn der Mensch fällt nur deshalb von seiner Stufe, weil er auf die üble Nachrede seines Körpers über die Arbeit hört, die nicht um des Empfangens einer Belohnung willen geschieht. Er könnte also immer in Vollkommenheit bleiben.

Andererseits muss er sehen, dass er „blind“ ist, das heißt, dass seine Augen in der Tora nicht geöffnet sind. Denn die ganze Tora besteht aus den Namen des Schöpfers, doch er sieht sie nicht.

Dann hat er Gefäße, also Mängel in Bezug auf das Licht der Tora: Ihm fehlt dieses Licht, weil ihm die ganze Tora verschlossen ist, und er empfindet sich als blind. Gerade er kann ein Diener des Schöpfers sein. Das bedeutet, dass der Schöpfer seine Augen in Seiner Tora erleuchtet, wie geschrieben steht: „Erleuchte unsere Augen in Deiner Tora.“

Wir sehen jedoch viele Menschen, die blind sind, deren Augen also für das Licht der Tora verschlossen sind. Nicht jeder wird mit der Öffnung der Augen belohnt. Darüber sagten unsere Weisen: „Ein Blinder gilt als tot, ein Armer gilt als tot, und wer keine Söhne hat, gilt als tot.“

Wenn er sich blind fühlt und dieser Zustand für ihn dem Tod gleichkommt – wenn er also empfindet, dass er arm an Verstand ist, kein Verständnis in der Tora besitzt und dies als „keine Söhne haben“ gilt –, dann hält er sich selbst für einen Toten. Weil ihm die Augen in der Tora verschlossen sind, hat er keinerlei Geschmack am Leben. Ein solcher Mensch wird „Diener des Schöpfers“ genannt. Dies ist die Bedeutung der Worte „blind wie der Diener des Ewigen“: Er wird mit der Öffnung der Augen in der Tora belohnt.

Daher heißt es: „Ihr Tauben, hört!“ Das bedeutet: Nachdem er mit dem Licht der Tora belohnt worden ist, beginnt derjenige zu hören, der zuvor taub war und nicht hören wollte, wie der Körper über die Arbeit um des Gebens willen üble Nachrede führte. Denn dann erfüllt sich: „Du sollst den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen lieben“, das heißt mit beiden Trieben. Denn „wenn der Ewige an den Wegen eines Menschen Gefallen hat, versöhnt Er sogar seine Feinde mit ihm“. Dann stimmt auch der Körper der Arbeit für den Schöpfer zu.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. WaEtchanan, Blatt 11, Abschnitt 35. ↩