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473. Vorsätzliche Verfehlungen werden ihm zu Verdiensten

Siehe in der Einleitung in das Buch Sohar1: Am Ende der Zeit wird sich in allen Welten ein großes Licht offenbaren. Dadurch wird alles Fleisch zu einer vollständigen Umkehr (Teshuwa) aus Liebe gelangen.

Bekanntlich sagten unsere Weisen: Wer der Umkehr aus Liebe würdig wird, dem werden vorsätzliche Verfehlungen wie Verdienste angerechnet.2 Darüber sprach der Prophet hinsichtlich jener Frevler, die miteinander redeten und deren Worte als Schmähung und Lästerung ausgelegt wurden: „Vergeblich ist es, dem Ewigen zu dienen. Welchen Nutzen haben wir davon, dass wir Seinen Dienst verrichtet haben?“

Und auf S. 127 (Abschnitt „Erklärung“) heißt es: Das in Maleachi3 erwähnte Buch der Erinnerung, über das geschrieben steht: „Ihr habt gesagt: ‚Vergeblich ist es, Gott zu dienen. Welchen Nutzen haben wir davon, dass wir Seinen Dienst verrichtet haben? … Diejenigen, die Unrecht tun, gedeihen; auch stellten sie Gott auf die Probe und entkamen dennoch.‘ Da redeten diejenigen, die den Ewigen fürchten, miteinander. Der Ewige achtete darauf und hörte es, und vor Ihm wurde ein Buch der Erinnerung geschrieben für diejenigen, die den Ewigen fürchten und Seinen Namen achten. ‚Sie werden Mir gehören‘, spricht der Ewige der Heerscharen, ‚an jenem Tag, an dem Ich sie zu Meinem besonderen Eigentum (Segula) mache.‘“

Wir müssen diese Worte verstehen. Sie sprachen miteinander und äußerten untereinander solch verächtliche Worte, und dennoch sagte der Prophet über sie: „Da redeten diejenigen, die den Ewigen fürchten, miteinander.“ Darauf wird geantwortet: An jenem großen Tag am Ende der Korrektur (Gmar Tikun), wenn sich das Licht der Umkehr aus Liebe offenbart, werden sich auch diese vorsätzlichen Verfehlungen in Verdienste verwandeln.

Wir müssen verstehen, was es bedeutet, dass vorsätzliche Verfehlungen wie Verdienste angerechnet werden, obwohl die Erklärung auf der Hand liegt. Im Sinne dessen, was wir lernen, lässt es sich so erklären: Wenn ein Mensch sich mit Tora und Mizwot befassen will, ohne dafür eine Belohnung zu empfangen, widersetzt sich der Körper und behauptet: „Was soll euch dieser Dienst?“ Das entspricht den Worten: „Welchen Nutzen haben wir davon, dass wir Seinen Dienst verrichtet haben?“

Wer im Rahmen der Allgemeinheit arbeitet, stellt sich die Frage „Was soll dieser Dienst?“ nicht. Die eigentlichen Fragen beginnen erst, wenn jemand ausschließlich ohne Belohnung arbeiten will. Und je mehr sich der Mensch überwindet, desto stärker widersetzt sich der Körper.

So sprechen diejenigen, die den Schöpfer fürchten und nur ohne Belohnung arbeiten wollen, miteinander. Wenn ein Mensch den ganzen Tag arbeitet, fragt der Körper den ganzen Tag: „Was soll dieser Dienst?“ Durch diese Einwände bildet sich in ihm der Wunsch, diese Fragen loszuwerden.

Wenn die Fragen ihr volles Maß erreicht haben, wird ihm vom Himmel der Geist der Umkehr gegeben. Dann zeigt sich, dass gerade jene vorsätzlichen Verfehlungen, also die Fragen, den Geist der Umkehr hervorgerufen haben. So werden die vorsätzlichen Verfehlungen, also die Fragen, wie Verdienste angerechnet. Wären diese Fragen nicht gewesen, hätte er kein Gefäß (Kli) gehabt, um den Geist der Umkehr zu empfangen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. S. 128 im Sulam, Abschnitt „Und der Sinn ist. ↩

  2. Joma 86b. ↩

  3. Maleachi, 3:16. ↩