468. Heute gebietet dir der Ewige, dein Gott
Ki Tawo, 1978
„Heute gebietet dir der Ewige, dein Gott, diese Satzungen und Rechtsbestimmungen zu erfüllen; bewahre und erfülle sie mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele.“ Rashi erklärt: „Jeden Tag sollen sie in deinen Augen neu sein, als ob sie dir an diesem Tag geboten worden wären.“
Man muss verstehen, wie ein Mensch bewirken kann, dass sie neu sind, als wären sie ihm an diesem Tag geboten worden. Schließlich ist er seit dem Berg Sinai durch einen Eid dazu verpflichtet. Um das zu verstehen, muss man zunächst die Regel kennen, dass alles an der Größe dessen gemessen wird, der gebietet. Das heißt: In dem Maß, in dem der Geber der Tora groß und wichtig ist, ist auch die Tora groß.
Daher nimmt der Mensch jeden Tag das Königtum des Himmels auf sich. In dem Maß, in dem sein Glaube an den Schöpfer groß ist, wächst auch die Bedeutung der Tora. Entsprechend dem Maß, in dem der Mensch die Größe des Schöpfers erlangt, erneuert sich die Tora für ihn. Daraus folgt: Jedes Mal hat er eine neue Tora, das heißt, ihr Geber ist für ihn jedes Mal ein anderer.
Damit gilt auch die Tora, die vom Schöpfer ausgeht, als neue Tora. Dies bezieht sich jedoch auf die Tora unter dem Aspekt der Namen des Schöpfers, also auf den Ausspruch: „Die Tora, Israel und der Schöpfer sind eins.“
Das bedeutet: Wenn Israel jeden Tag die Größe des Schöpfers erlangt – und dies richtet sich nach seinem Glauben an den Schöpfer –, wächst die Tora für ihn in demselben Maß. Dann wird er zu einem anderen Israel. Denn im Spirituellen gilt alles, was eine andere Form hat, als eine neue Unterscheidung. Wenn der Mensch also jeden Tag einen größeren Glauben annimmt, gilt die Tora als neu.
Das ist die Bedeutung von „als ob sie dir an diesem Tag geboten worden wären“: An jedem Tag hat er eine andere Mizwa. Das heißt: An dem Tag, an dem der Mensch das Königtum des Himmels in höherem Maß auf sich nimmt, hat er eine neue Mizwa, eine neue Tora und ein neues Israel.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026