486. Die Sprache beginnt in Ejn Sof
Nach der Regel beginnen wir erst dort zu sprechen, wo die Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen besteht. Dieser Punkt heißt Ejn Sof (die Unendlichkeit): das Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Von einem früheren Punkt aus beginnen wir nicht. Daraus folgt, dass man nicht fragen darf, warum der Schöpfer Gutes tun will – also welche Ursache dies bewirkt hat. Denn wir setzen beim Verlangen, Gutes zu tun, an und gehen von dort abwärts, nicht aber zu dem, was diesem Verlangen vorausging.
Wenn du fragst, worin der Grund liegt – also welche Ursache bewirkte, dass von Ihm die Eigenschaft ausging, Gutes zu tun –, dann fragen wir bereits nach etwas, das der Verbindung vorausgeht; diesen Bereich erlangen wir nicht. Auch die Eigenschaft, Gutes zu tun, die wir erlangen, erkennen wir nach dem Grundsatz: „Aus Deinen Taten erkennen wir Dich.“ Das heißt: Weil wir die Wohltat empfangen, verstehen wir, dass ein Verlangen besteht, Gutes zu tun.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026