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496. Der Weg der Wahrheit

Über den Weg der Wahrheit. Es gibt einen Weg der Lüge und einen Weg der Wahrheit – hinsichtlich des Grundes, der den Menschen verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen. Es gibt einen Grund, der „Nutzen des Körpers“ heißt: Durch die Beschäftigung mit Tora und Mizwot erhält er Lohn in dieser Welt und ebenso in der Kommenden Welt. In dem Maß, in dem er an Lohn und Strafe glaubt, kann er Tora und Mizwot erfüllen, weil dies dem Verlangen zu empfangen zugutekommt, das „Körper“ heißt.

Dies heißt „Weg der Lüge“, weil er das Schöpfungsziel – Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – wegen des Brotes der Schande (Nahama deKisufa) nicht erreichen kann. Daher ist eine Angleichung der Form erforderlich. Wenn seine ganze Beschäftigung dem eigenen Nutzen dient, wie kann sie dann zur Angleichung der Form führen?

Daher heißt es „Weg der Wahrheit“, wenn der Grund, der ihn verpflichtet, im Geben besteht, also darin, nicht um Lohn zu empfangen. Nur dies ist der Weg der Wahrheit, weil dadurch das Brot der Schande korrigiert wird.

Dadurch verstehen wir, was im heiligen Sohar geschrieben steht: „Mit dem Maß, mit dem ein Mensch misst, misst man ihm zu.“1 Im Sulam-Kommentar wird erklärt, dass man ihm in demselben Maß gibt, in dem er erwähnt hat. So steht geschrieben: „An jedem Ort, an dem Ich Meinen Namen erwähne, werde Ich zu dir kommen und dich segnen.“ Es hätte heißen müssen: „Du sollst Meinen Namen erwähnen.“ Die Erklärung lautet vielmehr: In dem Maß, in dem Ich Meinen Namen erwähne, werde Ich zu dir kommen.

Auf den ersten Blick erklärt seine Antwort überhaupt nichts. Nach dem Gesagten ist sie jedoch völlig verständlich: In dem Maß, in dem er erwähnt hat – also entsprechend dem, wonach ein Mensch verlangt –, wird ihm gegeben. Diejenigen, die den Weg der Wahrheit gehen, wollen ihrem Schöpfer Wohlgefallen bereiten. Sie sehen jedoch, dass all ihre Handlungen nicht für den Schöpfer sind. Deshalb beten sie zum Schöpfer und bitten Ihn, dafür zu sorgen, dass sie Handlungen für den Schöpfer ausführen können.

Dann sagt der Schöpfer: „An jedem Ort, an dem Ich Meinen Namen erwähne.“ Das bedeutet: Ihr gebt Mir die Möglichkeit, Meinen Namen euren Handlungen zuzuschreiben. Es muss also ein Erwachen von unten geben, damit Ich – so sagt der Schöpfer – Meinen Namen den Handlungen zuschreibe. Woran werdet ihr erkennen, dass Ich Meinen Namen bereits auf sie beziehe? Daran, dass Ich „zu dir komme und dich segne“.

Das ganze Schöpfungsziel – Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – kann sich nämlich nicht offenbaren, bevor ihr das Brot der Schande korrigiert habt, also bevor ihr eure Handlungen um des Gebens willen ausführt. Dann wird das Schöpfungsziel verwirklicht: Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

Dies ist die Bedeutung der Worte: „An jedem Ort, an dem Ich Meinen Namen erwähne.“ Ich habe ihnen Meinen Namen zugeschrieben; das heißt, all eure Handlungen sind einzig auf das Geben ausgerichtet. Dann werdet ihr es daran erkennen, dass Ich „zu dir komme und dich segne“. So sagt der Maimonides: „Was ist Umkehr (Teshuwa)? Wenn der Kenner der Geheimnisse über ihn Zeugnis ablegt.“

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Pinchas, S. 198, Punkt 506. ↩