488. Gewänder der Seele – 2
Southport, 4. März 1957
Zum Thema „Gewänder der Seele“: „Entsprechend dem Maß, in dem sich der Mensch bei der Erfüllung von Tora und Mizwot anstrengt, wird ihm oben in jenem Gemach – dem Gemach ‚Wesen des Himmels‘, der Sefira Hod – ein Gewand geschaffen, in das er sich in jener Welt kleidet.“1
Man muss verstehen, was mit „Gewand“ gemeint ist. Bekanntlich kann man im Spirituellen nichts außer durch ein Gewand erlangen. Es gleicht einem Kli (Gefäß), das sich zur Füllung mit Licht eignet. Wenn sich der Mensch daher anstrengt, entsteht für ihn durch die Anstrengung ein Kli – also das Verlangen und das Bedürfnis nach der Füllung mit Licht. Denn von oben wird nichts gegeben, bevor ein Bedürfnis nach diesem Leuchten besteht.
Die Anstrengung des Menschen weckt in ihm ein Bedürfnis und ein Verlangen. Er ist also darauf angewiesen, dass der Schöpfer ihm hilft, aus der Bedrängnis herauszukommen, in der er sich während seiner Anstrengung befindet. Ohne die Anstrengung hätte er kein Bedürfnis nach Seiner Hilfe. Somit verschafft ihm gerade die Anstrengung die Gewänder der Seele, sodass sich die Göttlichkeit offenbart.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Sulam-Kommentar, Pekudei, Punkt 166. ↩