494. Ehrfurcht gibt es nur am Ort der Vollkommenheit
„Ehrfurcht gibt es nur am Ort der Vollkommenheit, denn wenn Ehrfurcht besteht, gibt es keinen Mangel.“1
Man muss verstehen, warum Ehrfurcht Vollkommenheit genannt wird und es keinen Mangel gibt.
Antwort: Die Ehrfurcht wird als „furchtgebietend“ bezeichnet; das ist die Mittlere Linie. Dort besteht Ehrfurcht, denn es ist verboten, Chochma ohne Chassadim zu empfangen. Folglich ist die Rechte Linie, in der Chassadim vorhanden sind, nicht vollkommen, weil Chochma fehlt. Auch die Linke Linie ist wegen des Mangels an Chassadim nicht vollkommen. Ohne Chassadim kann Chochma nicht leuchten.
Daraus folgt: Wenn Jakob „furchtgebietend“ genannt wird, ist damit der Massach de Chirik gemeint. Er erweckt Malchut der Eigenschaft des Gerichts; durch diese Eigenschaft annulliert sie GaR von Chochma so weit, bis das Licht sich entfernt. Eine größere Ehrfurcht gibt es nicht.
Jakob wird jedoch auch „Eigenschaft der Barmherzigkeit“ genannt, und Barmherzigkeit weist auf Vollkommenheit hin. Durch das Verschwinden von GaR von Chochma empfängt er nun Vollkommenheit, also Chochma, die in Chassadim gekleidet ist.
Das heißt Vollkommenheit: Es fehlt weder an Chassadim noch an Chochma. Dies ist die Mittlere Linie, die Chochma und Chassadim umfasst. Daher wird Jakob „furchtgebietend“ genannt, also Ehrfurcht, ebenso „Barmherzigkeit“ und „Vollkommenheit“, denn hier gibt es keinerlei Mangel.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Sohar, Jitro, Sulam, Punkt 248. ↩