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503. Partnerschaft

„An diesem Tag gebietet dir der Ewige, dein Gott, sie zu tun.“ Dazu sagt die Schrift: „Kommt, wir wollen uns niederwerfen und uns beugen, vor dem Ewigen, unserem Schöpfer, niederknien.“ Ist denn das Beugen nicht im Niederwerfen enthalten und das Niederwerfen im Beugen? Was soll also „wir wollen uns niederwerfen, uns beugen und niederknien“ bedeuten?

Moses schaute in geistiger Erlangung (Ruach haKodesh) voraus und sah, dass der Tempel künftig zerstört und die Darbringung der Erstlingsfrüchte eingestellt werden würde. Da erhob er sich und bestimmte für Israel, dreimal am Tag zu beten; denn das Gebet (Tefilla) ist dem Schöpfer lieber als alle guten Taten und alle Opfer. So steht geschrieben: „Lass mein Gebet als Räucherwerk vor Dir gelten, das Erheben meiner Hände als Abendopfer.“

„Und du sollst sie mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele tun.“ Damit warnt die Schrift Israel und sagt ihnen: Wenn ihr vor dem Schöpfer betet, sollt ihr nicht zwei Herzen haben – eines für den Schöpfer und eines für andere Dinge.1

Man muss fragen: Wenn ein Mensch für seinen Lebensunterhalt arbeitet und Handel treibt, ist sein Kopf mit vielen Gedanken angefüllt. Wie kann er sich dann für einige Zeit von all den Gedanken freimachen, mit denen er beschäftigt ist?

Das ganze Volk Israel ist jedoch wie ein einziger Körper. So wie der Körper einen Kopf, Hände und Füße hat und jeder Teil eine besondere Aufgabe erfüllt, wirkt sich dennoch das, was der Kopf denkt, auf alle aus: Sind die Überlegungen im Kopf gut, freuen sich alle Organe. Ist der Kopf voller Sorgen, herrscht dieselbe Stimmung in allen Organen. Ebenso ist es bei einer Partnerschaft: Wenn jeder seine Aufgabe erfüllt, sind alle froh und glücklich. So steht geschrieben: „was Gott erschaffen hat, um es zu tun“; denn ohne Anstrengung entsteht nichts.

Daher geht der Mann arbeiten, müht sich ab und bringt Geld nach Hause. Seine Frau nimmt das Geld und müht sich ihrerseits: Sie geht Lebensmittel einkaufen, kocht und sorgt dafür, dass das Essen gut schmeckt. Dann sind beide froh und glücklich.

Wenn die Frau schmackhaft kocht, hat ihr Mann Appetit. Dann hat er die Kraft, arbeiten zu gehen und Geld nach Hause zu bringen. Ebenso gehen die Füße auf die Straße, die Hände kaufen ein und führen dem Gehirn Nahrung zu; dann hat das Gehirn die Kraft zu denken.

Ebenso ist das Volk Israel ein einziger Körper: Wenn diejenigen, die Handel treiben und sich abmühen, die Tora-Gelehrten unterstützen, die „Häupter der Gemeinde“ genannt werden, dann vermitteln die Tora-Gelehrten ihnen den Genuss, den sie durch ihre Mühe während des ganzen Tages erlangt haben. Sie haben den Geschmack an Tora und Mizwot erlangt und können diesen Geschmack an ihre Unterstützer weitergeben. Ebenso können sie ihnen, wenn sie sich mit dem Gebet befassen, den Geschmack am Gebet vermitteln.

Wo Genuss vorhanden ist, ist der Körper daher ohnehin daran gewöhnt, sich von anderen Gedanken freizumachen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Midrash Tanchuma, Ki Tavo. ↩