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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 480. Der Ort, den der Ewige erwählen wird

480. Der Ort, den der Ewige erwählen wird

„Und es wird geschehen: An den Ort, den der Ewige, euer Gott, erwählen wird, um dort Seinen Namen wohnen zu lassen, dorthin sollt ihr alles bringen, was Ich euch gebiete: eure Brandopfer und Schlachtopfer, eure Zehnten und die Abgabe eurer Hand sowie alle eure auserlesenen Gelübde, die ihr dem Ewigen geloben werdet.“1

Da die heilige Tora ewig ist, müssen wir fragen: Was ist in unserer Zeit der Ort, den der Schöpfer erwählt hat, um dort Seinen Namen wohnen zu lassen? Außerdem ist zu fragen, worauf dieser Ort hinweist, den der Schöpfer erwählt hat. Schließlich heißt es: „Den Himmel und die Erde erfülle Ich.“

Diese Frage stellte ein Samariter an Rabbi Meir2: „Wie ist es möglich, dass von Ihm geschrieben steht: ‚Den Himmel und die Erde erfülle Ich‘, Er aber mit Moses zwischen den beiden Stangen der Lade sprach?“ Rabbi Meir sagte zu ihm: „Bring mir große Spiegel.“ Dann sagte er: „Sieh dein Spiegelbild darin an.“ Er sah es groß. Danach ließ er kleine Spiegel bringen und sagte: „Sieh dein Spiegelbild darin an.“ Er sah es klein.

Rabbi Meir sagte zu ihm: „Wenn schon du als Mensch dein Erscheinungsbild nach Belieben verändern kannst, wie viel mehr kann es der Schöpfer, der sprach und die Welt entstand. Wenn Er will, gilt: ‚Den Himmel und die Erde erfülle Ich‘; und wenn Er will, spricht Er mit Moses zwischen den beiden Stangen der Lade.“ So weit seine Worte.

Auch bei diesem Gleichnis müssen wir verstehen, worin die Antwort besteht, denn auf den ersten Blick passt das Gleichnis nicht zur Auslegung. Das Spiegelbild befindet sich außerhalb des Menschen. Der Mensch selbst hat jedoch zweifellos eine bestimmte Größe: Er ist entweder klein oder groß.

Der „Ort, den der Schöpfer erwählt hat“, bezeichnet das Geben in Mocha (Gehirn) und Liba (Herz). „Dorthin sollt ihr bringen“ bedeutet, dass man alle Mizwot und guten Taten, die man besitzt, dorthin bringen muss. An einem anderen Ort hingegen weilt der Schöpfer nicht; dort gibt es also keine Offenbarung. Dies geschieht gerade durch die beiden Stangen der Lade.

Die beiden Stangen der Lade stehen für Liebe und Ehrfurcht, also für das Tun und das Unterlassen. Dies entspricht „Ich bin“ und „Du sollst keine anderen Götter haben“. Gerade auf diesen beiden offenbarte sich die Shechina (göttliche Gegenwart), die als „Lade“ bezeichnet wird.

Das ist die Bedeutung von „Die Lade trägt ihre Träger“: Nicht der Mensch nimmt die heilige Shechina auf, sondern die heilige Shechina bringt den Menschen näher. Dann kann er alles mit der Absicht zu geben tun.

Der Spiegel (Mar’e), also die Offenbarung des Schöpfers, wird als „in einer Schau (Mar’e) und nicht in Rätseln“ bezeichnet.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. 5. Mose 12:11. ↩

  2. Bereshit Rabba, Abschnitt 4. ↩