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460. Er wird Sein Versprechen an dich halten

August 1982

„Und es wird geschehen: Wenn ihr hört … wird der Ewige, dein Gott, dir den Bund und die Güte bewahren, die Er deinen Urvätern geschworen hat.“

Rashi erklärt: Wenn ihr auf die Mizwot hört, die ein Mensch mit seinen Fersen tritt, dann gilt: „Der Ewige, dein Gott, wird dir den Bund bewahren“ usw. Er wird Sein Versprechen an dich halten.

Was ist daran neu? Es klingt, als würde der Schöpfer Sein Versprechen erfüllen, wenn jemand selbst die leichten Mizwot einhält. Doch bekanntlich gilt schon als Frevler, wer auch nur eine einzige Mizwa nicht einhält. Sogar wer ein geringfügiges Verbot der Weisen übertritt, wird als Frevler bezeichnet, wie im zweiten Kapitel des Traktats Yewamot dargelegt.

Was ist also neu daran, dass er die leichten Mizwot einhält? Es ist doch eine Bedingung: Wer ein Frevler ist, erhält nicht den Lohn, den der Schöpfer versprochen hat.

Man kann erklären, was damit gemeint ist. Nach den Worten unserer Weisen besteht die Schöpfungsabsicht darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Um Seine Güte zu empfangen, müssen wir zur Angleichung der Form gelangen. Das bedeutet, dass alles, was der Mensch tut, in der Absicht zu geben geschehen muss. Dies wird als „leichte Mizwot“ bezeichnet, denn der Mensch misst der Absicht, die Mizwot um des Gebens willen auszuführen, keine Bedeutung bei. Das ist die Bedeutung der Worte: „die ein Mensch mit seinen Fersen tritt.“

Wenn ein Mensch etwas tut und darin keinen eigenen Nutzen sieht, sondern es ausschließlich in der Absicht zu geben tut, verabscheut der Körper eine solche Arbeit. Der Mensch beurteilt vielmehr alles danach, wie viel eigenen Nutzen es ihm bringt. Deshalb gelten Mizwot, die er in der Absicht zu geben ausführt, obwohl er keinen eigenen Nutzen darin sieht, als „leicht“ – als etwas, das er mit seinen Fersen tritt.

Genau das teilt uns die Schrift mit: Gerade bei den Mizwot, die der Mensch ausführt, ohne einen eigenen Nutzen zu sehen, sondern in der Absicht zu geben, hält der Schöpfer Sein Versprechen. Dadurch gelangt er zur Angleichung der Form, die Anhaftung (Dwekut) heißt. Dann ist der Mensch fähig, das Gute und den Genuss zu empfangen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026