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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 454. Derjenige, der für seinen Freund betet

454. Derjenige, der für seinen Freund betet

„Wer für seinen Freund betet, wird zuerst erhört.“1

Wenn das so ist, kommt es einer Täuschung gleich. Man muss jedoch verstehen, dass „zuerst erhört“ im Sinne des Verses „Noch ehe sie rufen, werde Ich antworten“ gemeint ist. Damit ein Mensch für seinen Freund bitten kann, braucht er zuerst Hilfe vom Himmel; andernfalls stimmt der Körper nicht zu und so weiter.

„Bei Dir, Ewiger, ist die Gerechtigkeit (Zedaka), bei uns aber die Scham im Angesicht.“ „Und er glaubte an den Ewigen, und Er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an“ und so weiter. Bei der Scham muss man zunächst spüren, dass man vor dem Gebenden steht. Dann stellt sich die Scham von selbst ein, wie unsere Weisen sagten: „Er schämt sich, ihm ins Gesicht zu sehen.“ Wenn man den Gebenden jedoch nicht spürt, vor wem sollte man sich schämen? Deshalb heißt es: „Bei Dir, Ewiger, ist die Gerechtigkeit“ – denn Er gibt dem Menschen den Glauben. Dann kann man sagen: „Bei uns aber ist die Scham im Angesicht.“

So steht im Sohar: „Denn es ist bekannt, dass keine Eigenschaft über ihre Stufe hinaus aufsteigen kann, bevor man zunächst ein oberes Leuchten zu ihr herabgebracht hat, damit sie anschließend wachsen und nach oben aufsteigen kann.“2

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Bava Kama 92a. ↩

  2. Hoheslied, Blatt 40, Abschnitt „Danach. ↩