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430. Eine höhere Seele

„Dies ist die Satzung der Tora, die der Ewige geboten hat, indem Er sprach“1 usw. „Komm und sieh: Wenn dieser Tote aus der Welt scheidet, ohne Söhne zu hinterlassen, nimmt diese Tochter des Edlen jenen Menschen nicht zu sich“2 usw. Das bedeutet: Wenn das Verlangen zu empfangen von ihm gewichen ist, wenn er also nichts mehr für sich selbst braucht, sondern seine ganze Absicht um des Himmels willen ist, hat er dennoch keine Söhne. Er wurde also noch nicht mit dem Verständnis der Tora belohnt, im Sinne von: „Wenn du es nicht weißt, du Schönste unter den Frauen.“3

Im Sohar Chadash (der neue Sohar) wird erklärt: „Obwohl du die Schönste unter den Frauen bist – wenn du die Geheimnisse der Tora nicht kennst, dann geh von hier hinaus, den Spuren der Herde nach. Du kannst die Geheimnisse der Tora bei den Menschen lernen, die die Tora mit ihren Fersen zertreten.“ Das ist die Bedeutung der Worte: „Die Tochter des Edlen nimmt diesen Menschen nicht zu sich“, wie oben.

„Der Schöpfer hat Erbarmen mit ihm und weist seinen Bruder an, ihn zu erlösen.“ Damit ist die Seele gemeint, die der Bruder des Körpers ist – so wie Esau, der das Verlangen zu empfangen genannt wird, und Jakob, der das Verlangen zu geben genannt wird, also die Seele. Das ist im Sinne von: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“4 Der Sohar erklärt dazu: das heißt mit einer heiligen Seele. Das bedeutet, dass ihm eine höhere Seele gegeben wird, die „größere Kräfte“ genannt wird – Kräfte, die den Kampf gegen den Bösen Trieb (Jezer haRa) gewinnen können.

„Damit er zurückkehrt und in anderem Staub korrigiert wird“, also in einem anderen Körper. Das heißt: durch einen Lebenskreislauf – eine höhere Seele wandert in seinen Körper hinein, und dieser Körper wird gegenüber der neuen Seele, die in ihm eingekleidet ist, „ein anderer“ genannt.

„Wenn aber dieser Erlöser seinen Bruder nicht wieder zum Leben erwecken will“, das heißt: wenn die neue Seele den Körper, der ihr Bruder genannt wird, nicht erlösen kann. „Nicht will“ bedeutet: nicht kann.

„Man muss einen Schuh an seinen Fuß binden.“ Das bedeutet, dass man in Bezug auf den Glauben etwas hinzufügen muss.

„Und jene Frau“, also die heilige Shechina (göttliche Gegenwart), „löst ihn und nimmt diesen Schuh an sich.“ Das heißt: Die heilige Shechina nimmt den Schuh an, den der Mensch für sie gemacht hat. Sie nimmt also die Arbeit an, die er getan hat – das ist der Aspekt des Massach (Schirm), den er über dem Verlangen zu empfangen errichtet hat.

„Um zu zeigen, dass jener Tote durch diese Handlung wieder unter die Lebenden zurückgekehrt ist.“ Dadurch tritt der Tote im neugeborenen Sohn in einen neuen Lebenskreislauf ein. Das bedeutet: Durch seine Arbeit, bei der er einen Massach über dem Verlangen zu empfangen errichtet, wird er anschließend mit einem Sohn belohnt, also mit den Geheimnissen der Tora, die „Sohn“ genannt werden.

„Dies ist das Gegenteil jenes Schuhs, den der Tote von den Lebenden nimmt.“5 Denn dann nimmt dieser bewahrte Schuh, der auf dem Glauben beruht, das Verlangen zu empfangen an sich; der Mensch will also nach dem äußeren Verstand gehen.

Wenn dagegen die heilige Shechina den Schuh an sich nimmt, wird der Mensch mit dem inneren Verstand belohnt. Das heißt: Durch die Anhaftung (Dwekut) besitzt er nun eine Empfindung des Göttlichen, weil der Schöpfer ihm das Wissen und die Empfindung des Göttlichen gegeben hat. Wenn hingegen der Tote den Schuh erhält, bedeutet dies, dass der Mensch Wissen und Empfangen für sich selbst will. Im Unterschied dazu wird der Mensch dann durch die Anhaftung mit allem Wissen und allen Empfindungen belohnt.

Dies bedeutet, dass der Schöpfer ihm das Geschenk ohne ein Erwachen des Unteren gegeben hat. Das heißt: „Ich habe Hilfe auf einen Helden gelegt.“6 Der Mensch will jedoch von sich aus ohne Bedingungen ein Diener des Schöpfers sein. Und das nennt man: Er empfängt alles nach dem Willen des Schöpfers.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. 4. Mose 19,2. ↩

  2. Sohar, Chukat, Punkt 10. ↩

  3. Hoheslied 7,2. ↩

  4. Babylonischer Talmud, Schabbat 104a. ↩

  5. Sohar, Chukat, Punkt 12. ↩

  6. Psalm 89,20. ↩