439. Warum Pinchas des Priestertums würdig wurde
Pinchas 1981
Der Böse Trieb und der Gute Trieb sind keine Sache des Verstandes, sondern des Empfindens. Wenn ein Mensch sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, dabei aber keinerlei Gegenleistung zu seinem eigenen Nutzen sieht und sich deshalb schlecht fühlt, nennt man dies „Böser Trieb“. Die Größe des Bösen Triebs bemisst sich nach dem Ausmaß dieses schlechten Empfindens: daran, wie sehr er darunter leidet, dass die Arbeit für ihn keinen Reiz hat, weil er nicht sieht, dass daraus etwas zu seinem eigenen Nutzen hervorgeht.
In dem Maß, in dem er unter einem solchen Zustand der Niedrigkeit leidet, heißt es, dass sein Böses groß ist. Wenn er hingegen mit dem Verstand erkennt, dass es um seine spirituellen Angelegenheiten nicht gut steht, es ihm aber nicht weh tut, heißt das nicht, dass er einen Bösen Trieb hat, denn ihm geht es dabei nicht schlecht.
Dies ist die Bedeutung von: „Wenn dir dieser Widerling begegnet, ziehe ihn ins Lehrhaus.“ Denn gerade wenn er ihn ins Lehrhaus ziehen will, erkennt er, dass dieser ein Widerling ist. Doch der Rat, wie man sich von ihm befreit, besteht gerade im Glauben über dem Verstand und im Gebet über dem Verstand.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026