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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 448. Das Empfinden der Vollkommenheit

448. Das Empfinden der Vollkommenheit

Zu dem Vers „Stets sind die Augen des Ewigen, deines Gottes, auf sie gerichtet, vom Anfang an“1 wird eingewandt: „Manchmal zum Guten und manchmal zum Schlechten.“ Wie geschieht es manchmal zum Guten? Wenn Israel am Neujahr (Rosh HaShana) vollkommene Frevler waren und ihnen nur wenig Regen zugesprochen wurde, sie später aber umkehrten, kann die Menge nicht erhöht werden, denn das Urteil ist bereits ergangen. Der Schöpfer lässt den Regen jedoch zur rechten Zeit auf das Land fallen, das ihn braucht. Alles richtet sich nach dem Land.

Wie geschieht es manchmal zum Schlechten? Wenn Israel am Neujahr vollkommene Gerechte waren und ihnen reichlich Regen zugesprochen wurde, später aber vom rechten Weg abkamen, kann die Menge nicht verringert werden, denn das Urteil ist bereits ergangen. Der Schöpfer lässt den Regen jedoch zur Unzeit auf Land fallen, das ihn nicht braucht. Man könnte allerdings einwenden: „Dann sollte ihr Urteil neu festgesetzt und ihnen mehr Regen gegeben werden!“ Darauf lautet die Antwort: „Dort ist die Lage anders, denn es lässt sich auch auf diese Weise zum Guten wenden.“2

Das bedeutet: Wenn ein Mensch nicht würdig ist, fühlt er sich beim Essen vollkommen; während der Beschäftigung mit Tora und Mizwot empfindet er dagegen seinen Mangel und seine Niedrigkeit. In Wahrheit sollte es umgekehrt sein: Wenn er sich mit materiellen Dingen beschäftigt, sollte er einen Mangel empfinden; während der Beschäftigung mit Tora und Mizwot sollte er sich vollkommen fühlen und sich dann über seinen Anteil freuen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. 5. Mose 11:12. ↩

  2. Rosh HaShana 17b. ↩