442. Und eure kleinen Kinder, von denen ihr sagtet
Dewarim 5739 [Juli 1979]
„Und eure kleinen Kinder, von denen ihr gesagt habt: ‚Sie werden zur Beute werden‘, und eure Söhne, die heute weder Gut noch Böse kennen, sie werden dorthin kommen; ihnen werde Ich es geben, und sie werden es besitzen.“
Das Wesentliche an der Tora und den Mizwot, die uns gegeben wurden, liegt in dem Grundsatz: „Ich habe den Bösen Trieb (Jezer haRa) erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“ Denn die Tora und die Mizwot befähigen den Menschen, den Palast des Königs zu betreten und das verborgene Licht zu erlangen. Dies wird als das Land Israel bezeichnet.
Der Mensch schätzt immer die besten Zustände, weil er meint, sie eigneten sich als Vorbereitung darauf, in den Bereich der Heiligkeit einzutreten, der „Land Israel“ genannt wird. Gemeint sind Zeiten, in denen er den Wunsch und die Sehnsucht hat, die Tora zu studieren, ebenso Zeiten, in denen er beim Gebet begeistert ist und beim Vollbringen guter Taten gute Absichten hat.
Doch in Zeiten, in denen ihm der Wunsch nach Tora und Mizwot fehlt und seine Einsichten und Überlegungen ihn an Tora und Mizwot hindern, muss er viel Arbeit aufwenden, um sie zu überwinden. Alles, was er dann in der Arbeit für den Schöpfer tut, geschieht nur unter Zwang, denn die Gedanken der Trennung entfernen ihn vom Schöpfer.
Je mehr er sich überwindet, desto weiter entfernt sieht er sich. Alle seine Gebete sind Körper ohne Seelen, erfüllt von nichts als Trockenheit. Obwohl er zum Schöpfer schreit, Er möge ihm helfen, sieht er, dass sein Herz nicht bei ihm ist. Solche Zustände verachtet der Mensch und hält sie für niedrig. Er misst ihnen keinerlei Wert bei und kann sich nicht vorstellen, dass sie ihm etwas Gutes bringen und ihn dem Ziel näherbringen könnten.
Darauf weist der Vers hin: „Und eure kleinen Kinder“ – also die Kleinen, das heißt der Zustand eurer Katnut (Kleinsein) –, „von denen ihr gesagt habt: ‚Sie werden zur Beute werden.‘“
„Und eure Söhne“ (Banim) – das sind die Einsichten (Hawanot), die ihr in Tora und Mizwot habt –, „die heute weder Gut noch Böse kennen“. Gemeint sind die Zeiten, in denen ihr erkannt habt, dass ihr Gut und Böse nicht voneinander unterscheiden könnt, weil ihr bei eurer ganzen Arbeit keinerlei Empfindung dafür habt, ob sie gut oder böse ist.
Das sind Zeiten, in denen ihr keinen Unterschied empfindet, ob ihr euch mit Tora und Mizwot beschäftigt oder nicht. Ihr fühlt euch in beiden Fällen gleich und verspürt keinerlei innere Regung. Dann tut ihr alles, was euch in den Sinn kommt, um aus diesen Zuständen herauszukommen. „Sie werden dorthin kommen“: Gerade diese Zustände sind die wahren Kelim (Gefäße), die darauf angewiesen sind, dass der Schöpfer ihnen das Land Israel gibt.
„Ihnen werde Ich es geben, und sie werden es besitzen“ – das heißt, sie erhalten das Erbe der Urväter, denen der Schöpfer das Land Israel zu geben versprach. Gerade sie sind die wahren Kelim, die der Rettung durch den Schöpfer bedürfen.
Dagegen brauchen die Zustände, die ihr für wichtig haltet, Meine Hilfe nicht. Denn nach Ansicht des Menschen ist nur die Zeit wertvoll, in der er beim Gebet begeistert ist und beim Studium der Tora Wunsch, Sehnsucht und Freude empfindet. Dies schätzt er, weil darin Eigenliebe liegt. Mit einer Annäherung an die Wahrheit haben solche Zustände jedoch nichts zu tun.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026