452. So wie ich vor dir tanze
WaEtchanan 5739 [1979]
„So wie ich vor dir tanze und dich nicht berühren kann, so werden auch all meine Feinde mich nicht berühren können, um mir Böses anzutun.“ „Möge es Dein Wille sein … den Mangel des Mondes zu beheben, sodass er keinerlei Verminderung mehr erfährt … wie er vor seiner Verminderung war“ usw. Wir müssen verstehen: Was kümmert es den Menschen, dass der Mond einen Mangel hat? Was verliert er dadurch?
Der Mond weist auf Malchut hin. Malchut wird als Königtum des Himmels verstanden. Das bedeutet, dass man alle Handlungen darauf ausrichten muss, dem Schöpfer zu geben und nicht für sich selbst zu empfangen. Bei der Sitra Achra (anderen Seite) gibt es zwei Formen:
1) das Festhalten der Klipot (Schalen),
2) das Saugen der Klipot.
Wenn der Mensch keinen Geschmack an der Arbeit empfindet und alles unter Zwang tut, zeigt ihm die Klipa den vermeintlichen Mangel der Spiritualität: In der Spiritualität gebe es keinerlei Geschmack. Dadurch gewinnt sie Halt und hindert den Menschen daran, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen, weil die Spiritualität als niedrig und unbedeutend erscheint. Das heißt: „Shechina (göttliche Gegenwart) im Staub.“
Wenn der Mensch sich jedoch in Tora und Mizwot überwindet und gewürdigt wird, einen gewissen Geschmack an der Arbeit zu erlangen, kommt die Klipa und will aus der Heiligkeit (Kedusha) saugen. Sie lässt den Menschen meinen, er solle sich mit Tora und Mizwot nicht beschäftigen, weil es eine Mizwa ist, sondern wegen des persönlichen Genusses, den er jetzt empfindet. Dann gehen der gesamte Geschmack und Genuss an die Sitra Achra statt an die Heiligkeit. Das wird „Saugen der Klipot“ genannt.
Damit die Klipot nicht saugen können, wurde der Mond vermindert. Das bedeutet: Der Geschmack und der Genuss in der Heiligkeit wurden vermindert, sodass die Klipa nichts hat, wovon sie saugen könnte. Gerade dadurch entsteht jedoch Raum für einen Tanz. „Tanz“ bedeutet, dass der Mensch einmal aufsteigt und dann wieder hinabsteigt, einmal nach vorn und einmal nach hinten geht.
Wenn das Licht verborgen ist und der Mensch sich über dem Verstand überwinden muss, ist daher von Tänzen die Rede, also von spirituellen Auf- und Abstiegen. Über diese Zeit heißt es: „Und ich kann dich nicht berühren“, denn es gibt nichts, wovon die Klipa saugen könnte. „So werden auch all meine Feinde mich nicht berühren können, um mir Böses anzutun“ bezieht sich auf die Zeit der Füllung. Dann betet man darum, den Mangel des Mondes zu beheben, sodass er keinerlei Verminderung mehr erfährt, sondern zur Fülle gelangt. Zugleich bittet man darum, dass die Feinde ihm auch dann nichts Böses antun können, indem sie aus ihm saugen.
Darum beten wir: So wie es während der Verminderung keinen Raum zum Saugen gibt, sollen die Feinde auch bei der Füllung des Mondes keinen Ort finden, aus ihm zu saugen.
Deshalb beten wir darum, den Mangel des Mondes zu beheben, damit Licht und Genuss offenbart werden. Anschließend beten wir, dass er keinerlei Verminderung mehr erfährt, dass also die Sitra Achra nicht kommen und aus ihm saugen kann. Denn durch ihr Saugen entsteht die Verminderung. Daher sagt man: „sodass er keinerlei Verminderung mehr erfährt.“
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026