462. Gesegnet sei der Ort
Gewöhnlich sagt man: „Der Ort wird deinen Mangel füllen“, „Der Ort wird euch trösten.“ Unsere Weisen sagten: „Er ist der Ort der Welt, doch die Welt ist nicht Sein Ort.“
Der Begriff „Ort“ bedeutet Folgendes: Als Ort wird der Ort der Schöpfung bezeichnet, den der Schöpfer erschaffen hat. Aus Seinem Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, erschuf Er als Seiendes aus dem Nichts einen Ort, an dem sie die Freude und den Genuss empfangen können, mit denen Er ihnen Gutes tun will. Daher muss dieser Ort, also die Schöpfung, mit dem Licht des Schöpfers erfüllt werden, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. „Gesegnet sei der Ort“ bedeutet somit, dass wir Ihn dafür segnen, dass Er den Ort erschaffen hat.
Daraus folgt: Wenn der Ort noch nicht erfüllt ist, sondern dort die Verhüllung des Angesichts herrscht, dann sagt man, dieser Ort müsse mit dem Licht des Schöpfers erfüllt werden. Obwohl es uns noch nicht offenbart ist, müssen wir glauben: „Die ganze Erde ist erfüllt von Seiner Herrlichkeit.“ Und: „Seine Diener fragen einander: Wo ist der Ort Seiner Herrlichkeit?“
Dementsprechend bedeutet „Der Ort wird deinen Mangel füllen“: Dieser Mangel, der in der Verhüllung des Angesichts besteht und alle Mängel verursacht, wird erfüllt werden – das heißt, es wird zur Offenbarung des Angesichts kommen.
Ebenso sagt man: „Der Ort wird euch inmitten der Trauernden um Zion und Jerusalem trösten.“ Denn alle Leiden in der Welt gehen auf die Verhüllung des Angesichts zurück. Deshalb sagt man: „Der Ort wird euch trösten.“ Das heißt: Dieser Ort, der „Schöpfung“ genannt wird und den Er mit der Absicht erschaffen hat, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, wird zur Offenbarung des Angesichts gelangen. Dann „werden sie Mich alle erkennen, vom Kleinsten bis zum Größten“.
Dies ist die Bedeutung von „Er ist der Ort der Welt“: Er ist es, der den Mangel der Welt füllt. „Doch die Welt ist nicht Sein Ort“ bedeutet, dass die Welt nicht Seinen Mangel füllt, denn Er hat keinen Mangel, der gefüllt werden müsste. Alles, was wir um des Gebens willen tun müssen, geschieht nur für uns, damit Angleichung der Form entsteht – und nicht etwa, weil Er irgendetwas braucht.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026