481. Die ganze Welt wird von meinem Sohn Chanina ernährt – 2
„Die ganze Welt wird um Meines Sohnes Chanina willen ernährt; und Meinem Sohn Chanina genügt eine geringe Menge (Kab) Johannisbrot (Charuvin) von einem Vorabend des Schabbat bis zum nächsten Vorabend des Schabbat.“1
Dies ist im Sinne der spirituellen Arbeit zu erklären: Wer auf den Wegen des Schöpfers geht, für den heißt die Zeit der Arbeit „Werktage“. Über ihn heißt es: „Wer sich am Vorabend des Schabbat nicht abgemüht hat“, dem „genügt es“ – ihm reicht also, wenn er bei seiner Arbeit den Geschmack von Johannisbrot empfindet.
Zugleich müht er sich gerade dadurch ab, dass er bei seiner Arbeit keinerlei Geschmack empfindet außer dem von Johannisbrot. Bekanntlich gilt: „Wenn du dich bemüht und nicht gefunden hast, glaube es nicht.“ Daher möchte er, dass durch seine Arbeit und Mühe Fülle und Segen für die ganze Welt herabgezogen werden. Mit anderen Worten: Die gesamte Lebenskraft (Chajut) und die Erlangungen des Lichts der Tora sollen zur ganzen Welt gelangen.
Das bedeuten die Worte: „Die ganze Welt wird um Meines Sohnes Chanina willen ernährt.“ Und warum tut er das? Weil er die Anziehungskraft der Heiligkeit (Chen de Kedusha) besitzt. Deshalb heißt er „Chanina“, abgeleitet von Anmut (Chen). Dann wird er des Zustands des Schabbat würdig. Daher heißt es: „Wer sich am Vorabend des Schabbat nicht abgemüht hat – was wird er am Schabbat essen?“
Dann ist auch nicht zu fragen: Wenn Chanina das Licht der Tora für die ganze Welt herabgezogen hat, warum erlangen die Menschen nicht das Licht des Genusses, während nur Chanina des Zustands des Schabbat würdig wurde? Der einzige Grund ist, dass sie keine Gefäße zum Empfangen haben. Denn die Mühe ist das Geheimnis der Gefäße, in die die Lichter einströmen.
Darüber sagten sie: „Wer sich am Vorabend des Schabbat nicht abgemüht hat – was wird er am Schabbat essen?“2 Obwohl Chanina die Eigenschaft des Lichts des Schabbat für die ganze Welt herabgezogen hat, haben sie keine Gefäße zum Empfangen. Der Diener des Schöpfers selbst muss jedoch den Weg gehen, nichts zu empfangen; dies wird „Johannisbrot“ genannt.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026