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485. Furcht und Schrecken vor euch – 2

Tammus 5715 [Juni/Juli 1955]

„Furcht und Schrecken vor euch wird auf allen Tieren der Erde liegen.“

Rashi erklärt: Solange selbst ein erst einen Tag altes Kind lebt, muss man es nicht vor Mäusen schützen. Ist dagegen Og, der König von Bashan, tot, muss man ihn bewachen.1

Der Ausdruck „Tiere“ (Chajot) verweist auf Lebenskraft (Chajut): Der gesamte Kampf mit dem Bösen Trieb (Jezer haRa) besteht allein darin, dass er dem Menschen zeigt, dass es in den materiellen Dingen dieser Welt Lebenskraft gibt. Er behauptet, es lohnt sich nicht, auf sie zu verzichten, um der Kommenden Welt würdig zu werden. Wird der Mensch jedoch würdig, annulliert sich die gesamte materielle Lebenskraft vor ihm. Denn jede materielle Lebenskraft gehört ausschließlich zum Verlangen zu empfangen. Wenn der Mensch dagegen würdig wird, im Verlangen zu geben voranzuschreiten, annulliert sie sich von selbst.

Es gilt die Regel: Das Verlangen zu empfangen wird „Tod“ genannt, und das Verlangen zu geben heißt „Lebenskraft“, denn es ist mit dem Leben allen Lebens verbunden. Wenn der Mensch daher würdig wird, auf den Wegen des Gebens zu gehen, gilt er als lebendig, selbst wenn er noch ein Kind ist. Die Tiere der Erde unterwerfen sich ihm, denn die gesamte Lebenskraft der bösen Tiere hängt vom Verlangen zu empfangen ab.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Schabbat 151b. ↩