493. Ein Sohn eines Gerechten und ein Sohn eines Frevlers
„Komm und sieh: Über Abraham steht geschrieben: ‚Ich werde gewiss zu dir zurückkehren‘ – und nicht zu ihr. ‚Zu dir‘ – gewiss: Mit dir ist er verbunden und nicht mit Nukwa.“1
So lässt sich auch erklären, was Rashi zu „Und der Ewige ließ sich von ihm erbitten“ sagte. Wir deuten: „Von ihm und nicht von ihr; denn das Gebet eines Gerechten, der Sohn eines Gerechten ist, ist nicht mit dem Gebet eines Gerechten, der Sohn eines Frevlers ist, zu vergleichen.“ So weit seine Worte.
Auf den ersten Blick ist es verwunderlich, dass ein Gerechter, der Sohn eines Gerechten ist, auf einer höheren Stufe stehen soll. Denn nach der Regel „Nach dem Maß der Mühe bemisst sich der Lohn“ liegt das Gegenteil näher: Für einen Gerechten, der Sohn eines Frevlers ist, ist es schwerer, gerecht zu werden. Er lernt nicht aus den Taten seiner Väter, sondern überwindet sich jedes Mal aus eigener Kraft, bis er ein Gerechter wird. Daher müsste sein Gebet auf den ersten Blick eher angenommen werden.
Die Bezeichnung „Gerechter, Sohn eines Frevlers“ meint Nukwa, also den Glauben. Zuerst war er ein Frevler und wurde danach ein Gerechter. Bevor er des Glaubens würdig wurde, war er also noch ein Frevler; anschließend wurde er ein Gerechter.
Der Glaube wird Malchut genannt, die aus sich selbst nichts besitzt. Daher geht von ihr noch kein Leben aus. Erst wenn man der Tora würdig wird, die „Baum des Lebens“ heißt, gilt dies als männlicher Aspekt, also als Eigenschaft des Gebens, denn die Tora gibt Leben. Wer der Tora würdig wurde, heißt „Gerechter, Sohn eines Gerechten“. Denn auf seiner vorherigen Stufe – bevor er der Tora würdig wurde – besaß er den Glauben, der „Gerechter“ genannt wird.
Darum „ließ sich der Ewige von ihm erbitten“: Durch den männlichen Aspekt, also „Gerechter, Sohn eines Gerechten“, erhält der Sohn Bestand.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Sohar, BeShalach 44b. ↩