427. Dies ist die Satzung der Tora – 1
Ki Tissa 5740 [1979/80], Wochenabschnitt Para [März 1980]
Der heilige Sohar1 fragt zu den Worten „Dies ist die Satzung der Tora“2: Warum heißt es an anderer Stelle „Und dies ist die Tora“?3 Er erklärt: „Und dies“ bezeichnet die Vereinigung von Allgemeinem und Besonderem zugleich. Das Waw, also „und“, bezeichnet Seir Anpin, das Allgemeine; Malchut ist das Besondere.
„Dies“ ohne das zusätzliche Waw ist dagegen die Satzung der Tora: Malchut, die „Satzung“ heißt und aus Seir Anpin hervorgeht, der Tora genannt wird. Sie ist nicht die Tora selbst, also Seir Anpin, sondern nur der Rechtsspruch der Tora, die Verfügung der Tora, nämlich Malchut.746 So wird es im Sulam erklärt.
Wir müssen verstehen, warum Seir Anpin „das Allgemeine“ heißt und Malchut „das Besondere“, und warum Malchut als Rechtsspruch und Verfügung der Tora bezeichnet wird.
In Wahrheit besteht die Hauptarbeit bekanntlich im Glauben, also über dem Verstand. Dass dies über dem Verstand sein muss, liegt daran, dass über Malchut, die „Verlangen zu empfangen“ heißt, ein Rechtsspruch erging: Man darf nicht empfangen, um zu empfangen. Denn es muss Anhaftung (Dwekut) bestehen, also eine Angleichung der Form; andernfalls befindet sich der Mensch in Trennung. Wo immer es daher an Heiligkeit (Kedusha) mangelt, liegt das daran, dass auf diesem Ort ein Rechtsspruch ruht: das Verbot, für sich selbst zu empfangen.
Wenn der Mensch das Joch des Königtums des Himmels über dem Verstand auf sich nimmt, gibt es dort keinen Raum für das Empfangen. Dies heißt „Verfügung der Tora“, denn der Empfangende kann nicht zustimmen, über dem Verstand zu arbeiten. Der Verstand des Menschen verlangt nämlich, keine einzige Bewegung ohne Gewinn auszuführen. Wenn er aber den Weg der Wahrheit gehen will, also ausschließlich, um zu geben, stimmt der Körper dem nicht zu.
Deshalb muss er diese Arbeit ausschließlich über dem Verstand auf sich nehmen. Dies heißt „das Besondere“, denn diese Arbeit gilt als Gerechtigkeit (Zedaka), wie geschrieben steht: „Und er glaubte an den Ewigen, und Er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.“4
Nachdem er jedoch die Arbeit über dem Verstand auf sich genommen hat, wird er der Tora würdig. Die Tora heißt „das Allgemeine“, weil sie zwei Dinge umfasst: Glauben und Tora. Denn Götzendienern darf man die Tora nicht lehren, wie geschrieben steht: „Und die Rechtsordnungen kennen sie nicht.“5
Daher muss der Mensch zuerst des Glaubens würdig werden. Danach gelangt er zur Tora. Dies heißt Vereinigung von Seir Anpin und dem Königtum des Himmels, von männlich und weiblich (Nukwa).
Denn solange der Mensch sich damit befasst, das Joch des Königtums des Himmels auf sich zu nehmen, befindet er sich noch in einem Mangel. Wenn er jedoch der Tora würdig wird, heißt er „männlich“, denn die Tora gibt ihm das Licht der Tora. Dann gibt es keinen Rechtsspruch mehr, weil er bereits empfangen kann, um zu geben.
Damit verstehen wir, was dort im heiligen Sohar6 geschrieben steht: Die rote Kuh bezeichnet Malchut im ersten Zustand, die „Linke Linie von Bina“ heißt. Das bedeutet, dass sie hinsichtlich Chochma Vollkommenheit besitzt.
Dies heißt: „an der kein Makel ist“7 und „auf die noch kein Joch gekommen ist“.8 Dort wird erklärt, dass „Joch“ Chessed bezeichnet. Deshalb muss die Kuh verbrannt werden. Dies bedeutet die Verkleinerung des Mondes; anschließend wird sie im zweiten Zustand neu aufgebaut, denn im zweiten Zustand beruht ihre ganze Existenz ….9
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
-
Sohar, Chukat, Punkt 2. ↩
-
4. Mose 19:2. Dies ist die Satzung der Tora, die der Ewige geboten hat: Sprich zu den Kindern Israels, dass sie dir eine rote Kuh bringen, ohne Fehl, an der kein Makel ist, auf die noch kein Joch gekommen ist. ↩
-
5. Mose 4:44. ↩
-
1. Mose 15:6. ↩
-
Psalmen 147:20. ↩
-
Sohar, Chukat, Punkt 20. ↩
-
4. Mose 19:2. ↩
-
Ebenda. ↩
-
im Sulam, Punkt 20. ↩