406. Sechs Tage sollst du Arbeit verrichten
„Sechs Tage sollst du Arbeit verrichten … Rabbi Jossi sagte … und es steht nicht geschrieben: ‚in sechs Tagen‘ … die sechs oberen Tage, CHaGaT und NeH, aus denen alle Werke der Schöpfung hervorgingen, jeden Tag das Werk dieses Tages … Rabbi Jizchak sagte …“
Rabbi Chija sagte: „Da es erlaubt ist, an diesen Tagen Arbeit zu verrichten, obwohl sie als Seir Anpin gelten, wurde die Unterscheidung (Hawdala) eingeführt.“ Und er fragt: „Was ist Unterscheidung? Waren sie denn miteinander vermischt?“ Er antwortet: „Vielmehr ist die Heiligkeit (Kedusha) etwas für sich, und die Unterscheidung verläuft zwischen Werktag und Heiligkeit“ usw.1
Baal HaSulam fragte, warum die sechs Tage der Arbeit, die als Seir Anpin gelten, zum Werktäglichen gehören, während Malchut, die letzte Stufe, Heiligkeit ist.
Er sagte: Seir Anpin wird „die sechs Arbeitstage“ genannt, denn an jedem dieser Tage leuchtet das Licht von Seir Anpin. Von ihnen geht „jeden Tag das Werk dieses Tages“ aus. Schabbat (Sabbat) dagegen bedeutet, dass dann sichtbar wird, was in den sechs Arbeitstagen vorhanden ist. Somit wird Seir Anpin am Schabbat enthüllt. Der Schabbat selbst besitzt jedoch keine Eigenschaft, aus der er etwas geben könnte, denn Malchut wird „arm und mittellos“ genannt.
Daraus folgt: Der Schabbat, also Malchut, besitzt nichts und kann daher aus sich selbst nichts geben. Deshalb ist es am Schabbat verboten, Arbeit zu verrichten, denn Malchut hat aus ihrer eigenen Eigenschaft nichts zu geben. Anders ist es bei Seir Anpin, also CHaGaT und NeH: Jede Sefira gibt aus ihrer eigenen Eigenschaft an die …2, die ihr entspricht. Daher beziehen sich die sechs Arbeitstage nur auf Seir Anpin, denn nur Seir Anpin hat etwas zu geben – „jeden Tag das Werk dieses Tages“.
Die Lichter von Seir Anpin werden jedoch in Malchut enthüllt und leuchten dort. Deshalb wird der Schabbat „Heiligkeit“ genannt, denn dann ist die Fülle enthüllt. An den Werktagen dagegen muss man arbeiten, damit die Fülle von Seir Anpin in Malchut, dem Schabbat, enthüllt wird.
„… davon, deinen Geschäften nachzugehen und ein Wort zu reden.“ Rabbi Jossi fragte: „Welcher Mangel entsteht dem Schabbat, wenn jemand ein Wort redet?“ Er antwortete ihm: „Gewiss ist dies ein Mangel für den Schabbat. Denn kein einziges Wort kommt aus dem Mund eines Menschen, ohne einen Klang zu haben; dieser steigt nach oben und erweckt ein anderes Wort.“
„Und welches ist es? Das, was Werktag genannt wird. Denn alles, was nicht heilig ist, ist werktäglich und gehört zu jenen Werktagen. Wenn am heiligen Tag das Werktägliche erwacht, ist dies oben gewiss ein Mangel. Dann fragen der Schöpfer und die Versammlung Israels (Knesset Israel) seinetwegen: ‚Wer will unsere Verbindung (Siwug) trennen? Wer braucht hier das Werktägliche?‘“3
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026