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393. Der die Sünde hinwegnimmt

März 1979

„Der die Sünde hinwegnimmt.“ Der Schöpfer entreißt den Schuldschein über die Sünden. Dadurch fällt der Ausschlag zugunsten des Verdienstes (zitiert im Werk Tora Temima).

Man muss verstehen: Wenn der Mensch zur Hälfte Verdienste und zur Hälfte Sünden hat, wie kann er den Ausschlag zugunsten des Verdienstes geben? Der Rat ist das Gebet: Der Mensch soll zum Schöpfer beten, dass Er den Schuldschein über die Sünden entreißt. Dadurch kann er den Ausschlag geben.

Wenn es heißt, der Mensch soll sich als zur Hälfte schuldig sehen, geht es nicht darum, dass er vor dem oberen Gerichtshof steht. Vielmehr soll er an sich selbst erkennen, dass die Kräfte gleich stark sind und dass er dem Guten das Übergewicht über das Böse verschaffen kann.

Doch wenn im Körper gleich starke Kräfte wirken und der Mensch den Ausschlag geben soll, wer gibt ihm dann zusätzliche Kraft, damit das Gute überwiegt? Die Kräfte sind ja gleich stark. Der Rat lautet daher: Der Mensch soll zum Schöpfer beten, dass Er die Sünde hinwegnimmt. Das bedeutet, dass der Schöpfer den Schuldschein fortnimmt. Dadurch liegt das Übergewicht bereits von selbst auf der Seite des Guten.

Worin besteht also die Arbeit des Menschen, wenn gesagt wird, er soll den Ausschlag geben? Sie besteht einzig im Gebet; darüber hinaus hat er keine Kraft. Denn sowohl das Gute als auch das Böse sind gleich starke Kräfte – wer soll da den Ausschlag geben? Dies geschieht durch das Gebet, dass der Schöpfer die Sünde hinwegnimmt. Dann besteht von selbst bereits ein Übergewicht.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026