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397. Nehmt von euch eine Hebegabe für den Ewigen

Wochenabschnitt Wajakhel, 5741 [Februar 1981]

„Nehmt von euch eine Hebegabe für den Ewigen; jeder, den sein Herz dazu bewegt, soll sie bringen.“1

Dass man etwas „von euch“ nehmen soll, bedeutet: tatsächlich von euch – vom Körper des Menschen selbst. Im Sohar wird erklärt, dass Hebegabe (Truma) Tarum Hej bedeutet – „erhebt das Hej“. Man muss also das Hej zu Waw erheben.

Ähnlich heißt es im Sohar, dass Umkehr (Teshuwa) Tashuv Hej genannt wird – „das Hej kehrt zu Waw zurück“. Im Sulam (Leiter-Kommentar) wird dies so erklärt: Hej heißt Malchut. Es ist das empfangende Kli (Gefäß), das man zu Waw zurückführen muss, denn Waw heißt „der Gebende“. Wenn der Mensch sich mit dem Geben beschäftigt, erwacht durch eine Handlung unten eine Handlung oben.

Dadurch bewirkt er an der Wurzel seiner Seele, die in Malchut eingeschlossen ist, dass auch diese Wurzel ausgerichtet wird, um zu geben – so wie der Mensch unten sich mit dem Geben beschäftigt. Dies heißt „Vereinigung des Schöpfers und Seiner Shechina (göttliche Gegenwart)“.

Daraus versteht man die Hebegabe für den Schöpfer. Sie entspricht den Worten: „Der Barmherzige wird für uns die fallende Hütte Davids aufrichten.“2 Dies heißt, die Shechina aus dem Staub aufzurichten. Was ein Fallen in der materiellen Welt bedeutet, sehen wir manchmal, wenn bekannt wird, dass Gold gefallen ist: Sein Wert ist gesunken, und Gold gilt nicht mehr als so kostbar, wie es sein sollte.

So ist es auch in der Spiritualität: Wenn sie nicht den Wert besitzt, den sie haben sollte, zahlt man dafür nicht den erforderlichen Preis. Vom Menschen wird verlangt, in völliger Hingabe zu arbeiten. Fehlt ihm jedoch die wahre Wertschätzung, aufgrund derer es sich lohnt, den Preis der völligen Hingabe zu zahlen, wird dies „Shechina im Staub“ genannt.

Darum beten wir: „Der Barmherzige wird für uns die fallende Hütte Davids aufrichten.“635 Der Schöpfer soll uns also die Erhabenheit der Heiligen Arbeit spüren lassen. Das bedeuten die Worte „Nehmt von euch eine Hebegabe für den Ewigen“: Die Empfangsgefäße des Menschen sollen dem Schöpfer geben. Dies heißt, sich in völliger Hingabe an den Schöpfer zu annullieren.

Wenn der Mensch von sich aus das Erwachen gibt, das Hej aus dem Staub zu erheben, hilft ihm der Schöpfer von oben. Dann gilt: „Jeder, den sein Herz dazu bewegt, soll sie bringen.“ Das bedeutet, dass das ganze Herz der völligen Hingabe an den Schöpfer zustimmt. Das ist der Sinn der Worte: „Jeder, den sein Herz dazu bewegt, soll die Hebegabe für den Ewigen bringen.“ Dies wird genannt: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“3

Doch zuvor muss man die Arbeit im Glauben über dem Verstand beginnen, sowohl im Mocha (Gehirn) als auch im Liba (Herz), also mit der Absicht zu geben.

Denn wenn Menschen in der materiellen Welt keine Arbeit haben, liegt das daran, dass sie nicht für einen niedrigen Lohn arbeiten wollen. Wären dagegen alle bereit, ohne Entlohnung zu arbeiten, gäbe es für alle Arbeit. Da sie jedoch einen Lohn für ihre Arbeit verlangen, kann der Arbeitgeber nicht immer Arbeiter beschäftigen, weil er ihre Mühe nicht bezahlen kann.

Ohne Bezahlung verspürt der Mensch daher kein Verlangen zu arbeiten und arbeitet folglich nicht. Wenn es aber in der Spiritualität heißt, dass man ohne Entlohnung arbeiten muss, geschieht dies um der Anhaftung (Dwekut) willen, die „Angleichung der Form“ genannt wird, damit es nicht zum „Brot der Schande (Nahama deKisufa)“ kommt. Seine ganze Arbeit muss auf dem Grundsatz beruhen: „weil Er groß ist und über alles herrscht.“ Wenn der Mensch daher in einen Zustand gelangt, in dem er nichts für sich selbst empfängt, liegt darin Seine ganze Bedeutung.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. 2. Mose 35:5. ↩

  2. Birkat haMason (Tischgebet); vgl. Amos 9:11. ↩

  3. Talmud, Traktat Schabbat 104a. ↩