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374. Und er berührte das Gelenk seiner Hüfte

WaJishlach 5743 [Dezember 1982]

Im Sohar1 heißt es zu dem Vers „Und er berührte das Gelenk seiner Hüfte“2 – gemeint sind die Stützen der Tora –, dass er listig gegen ihn vorging. Er sagte: „Da die Stützen der Tora zerbrochen sind, kann die Tora sogleich keine Kraft mehr gewinnen.“

In Punkt 108 des Sulam, des Leiter-Kommentars, heißt es: Weil niemand da ist, der die Tora – also Seir Anpin – richtig stützt, werden auch die Stützen von Seir Anpin schwach. Das sind Nezach und Hod von Seir Anpin, die „Stützen“ genannt werden. Dadurch gewinnt jener an Kraft, der weder Unterschenkel noch Beine hat, auf denen er stehen könnte: die ursprüngliche Schlange.

Bekanntlich werden Nezach und Hod „die zwei Stützen der Wahrheit“ genannt. Denn man muss wissen: Alles, was ein Mensch tut, muss zunächst einen Grund haben, der ihn zum Handeln veranlasst. Ohne einen Grund befindet er sich in einem Zustand der Ruhe. Hat er jedoch Gründe, die ihn zum Handeln bewegen, dann bemüht er sich zu handeln, so wie es der Grund erfordert.

Der Engel Esaus sah, dass er mit den Menschen, die Tora lernen, nicht streiten konnte. Da sie den Wunsch und die Erziehung zum Studium der Tora hatten, konnte er sie nicht vom Lernen der Tora abhalten. Ihre Beweggründe hingegen konnte er sehr wohl stören: den Grund, warum sie lernen, also welche Gegenleistung sie für ihre Mühe in Tora und spiritueller Arbeit erwarten. Die Tora und die spirituelle Arbeit werden „Stützen der Tora“ genannt; durch die Beweggründe erhält der Mensch die Kraft, Tora zu lernen.

Hat er dagegen keine Beweggründe, gilt dies als ein Zustand ohne Stützen. Da es also zwei Stützen der Wahrheit gibt, waren die Stützen des Menschen – die Gründe, die ihn zum Handeln bewegen – keine wahren Gründe nach dem Grundsatz „Ich habe den Bösen Trieb (Jezer haRa) erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“3, sondern falsche Gründe. Darin hatte der Engel Esaus seinen Halt.

Folglich hat eine Lüge keine Beine. Gemeint ist, dass er seinen Beweggrund von der ursprünglichen Schlange genommen hat, die keine Beine hat, wie es im heiligen Sohar heißt. So kann die wahre Tora nicht nach unten herabgezogen werden, denn ihre Stützen sind falsch; das heißt, die Gründe, die den Menschen zum Handeln bewegen, sind falsch.

Daraus folgt: Die Hauptarbeit auf dem Weg der Wahrheit besteht darin, dass der Mensch sein Herz darauf ausrichtet, Stützen der Tora zu erlangen – also wahre Stützen. Durch sie hat der Mensch eine Grundlage, auf der er seine Tora und seine Mizwot aufbauen kann. Denn hier ist der wichtigste Halt der Sitra Achra (der anderen Seite).

Bei anderen Dingen ist dagegen nicht erkennbar, dass sie dort einen Halt hat. Denn dies entspricht den Worten des Königs von Sodom: „Gib mir die Seele (Nefesh), und die Habe nimm für dich.“4 Ebenso sagten die Weisen: „Ein Gebet ohne Absicht ist wie ein Körper ohne Seele (Neshama).“

Denn Nefesh und Neshama – beides Bezeichnungen für die Seele – stehen für die Absicht einer Sache. Deshalb sagte der König von Sodom: „Gib mir die Seele.“ Das bedeutet: Die Absicht, mit der sich ein Mensch mit Tora und Mizwot beschäftigt, soll für ihn sein. „Und die Habe“ – also die Tora und die Mizwot, die der Mensch erwirbt – „nimm für dich.“ Du kannst dir so viel Habe erwerben, wie du willst; doch die Absicht soll für mich sein. Deshalb muss der Mensch vor allem dies überwinden.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Sohar, Parascha WaJishlach, Blatt 33, Punkt 111, mit dem Kommentar Sulam (Leiter-Kommentar) von Baal HaSulam. ↩

  2. Bereschit (1. Mose) 32,26. ↩

  3. Babylonischer Talmud, Kidduschin 30b. ↩

  4. Bereschit (1. Mose) 14,21. ↩