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367. Benjamin gab er dreihundert Silberstücke

WaJigash (Wochenabschnitt), Dezember 1983

„Benjamin gab er dreihundert Silberstücke und fünf Wechselgewänder.“

In der Ordnung der Arbeit sind folgende Aspekte zu unterscheiden:

1) Der Aspekt des „Vermögens“ – im Vers als Silber bezeichnet – ist das praktische Ausüben von Tora und Mizwot. Dem praktischen Tun ist nichts hinzuzufügen, wie unsere Weisen sagten: „Füge nichts hinzu und nimm nichts weg.“ Deshalb wird dies „Vermögen“ genannt, also Vollkommenheit. Dies ist der Aspekt der Gerechten, die den Weg der Rechten gehen.

2) Danach muss man zur Linken übergehen. Als „links“ gilt etwas, das einer Korrektur bedarf. So deuteten unsere Weisen den Vers „Sie sollen ein Zeichen auf deiner Hand sein“: Das Wort „deine Hand“ weist auf die schwache Hand hin, also auf die linke, der es an Korrektur mangelt.

Nachdem der Mensch sich im praktischen Ausüben von Tora und Mizwot bereits auf der Rechten Linie befindet, beginnt das Thema der Absichten. Er beginnt nun zu überlegen, was er für seine Arbeit in Tora und Mizwot erhalten möchte und welchen Lohn er sich für seine Mühe in Tora und Mizwot erhofft.

Dann kommen die „Gewänder“ zu ihm, sofern er arbeiten will, ohne die Absicht, dafür eine Belohnung zu empfangen. Daraufhin fragt der Körper: „Was ist dieser Dienst für euch?“ Das ist die Frage des Frevlers.

3) Nun findet er Antworten. Seine Antwort auf die Frage des Frevlers lautet: Er will über dem Verstand und über dem Geschmack arbeiten.

Dieser Aspekt heißt Katnut (Kleinsein). Seine Arbeit vollzieht sich nun auf der Stufe der Katnut. Das bedeutet: Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die Fragen des Frevlers. Er muss über dem Verstand glauben, dass dies der Wille des Schöpfers ist, und er will Seinen Willen im Glauben erfüllen. Das wird Chassadim (Gnaden) genannt: Er will sich ausschließlich mit Chessed (Güte) befassen, also in der Absicht zu geben.

4) Nachdem er bereits mit dem Glauben über dem Verstand belohnt wurde – dieser Zustand heißt Katnut –, wird er mit der Enthüllung der Geheimnisse der Tora belohnt. Rabbi Meir sagte: „Wer Tora liShma lernt, wird mit vielen Dingen belohnt.“ Auch dies heißt „links“, denn hier muss er das Verlangen zu geben erneut enthüllen.

5) Dies geschieht, nachdem er bereits mit dem Empfangen in der Absicht zu geben belohnt wurde und das Kli (Gefäß) der Tora empfangen kann, um zu geben. Insgesamt ergeben sich somit „fünf Wechselgewänder“. Das Wort Smalot (Gewänder) ist hier vom Wort Smol (links) abgeleitet. Der Wechsel der Linken heißt „rechts“, während die Linke „links“ heißt. Dass er nicht „rechts“ sagt, liegt daran, dass auch die Rechte zur Linken wechseln muss. Deshalb werden beide zusammen „fünf Wechselgewänder“ genannt.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026