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350. Und der Ewige erschien ihm bei den Terebinthen Mamres

WaJera 5743 [November 1982]

Im Sohar wird zu dem Vers „Und der Ewige erschien ihm bei den Terebinthen Mamres“ gefragt: Warum geschah dies bei den Terebinthen Mamres und nicht an einem anderen Ort? Weil Mamre ihm zur Beschneidung geraten hatte.

Denn als der Schöpfer Abraham sagte, er solle sich beschneiden, ging er, um sich mit seinen Freunden zu beraten. Aner sagte zu ihm: „Du bist schon über neunzig Jahre alt, und nun willst du dir selbst Schmerzen zufügen?“

Mamre sagte zu ihm: „Erinnere dich an den Tag, an dem die Chaldäer dich in den Feuerofen warfen, und an jene Hungersnot, die über die Welt kam, und so weiter, ‚und sie zogen nach Ägypten hinab‘. Erinnere dich auch an jene Könige, denen deine Männer nachjagten und die du schlugst. Der Schöpfer rettete dich vor ihnen allen, und niemand konnte dir etwas antun. Steh auf und erfülle die Mizwa deines Gebieters.“

Der Schöpfer sagte zu Mamre: „Du hast ihm zur Beschneidung geraten. So wahr du lebst: Ich werde Mich nur in deinem Gemach offenbaren.“ Deshalb heißt es: „bei den Terebinthen Mamres.“

Bekannt ist die Frage: Als der Schöpfer Abraham sagte, er solle sich beschneiden, ging dieser hin und fragte seinen Freund um Rat. Das klingt, als hätte er gezweifelt, ob es sich lohnt, auf die Stimme des Schöpfers zu hören.

Außerdem müssen wir verstehen, was uns dies lehren soll: Der Schöpfer sagte Mamre, Er werde Sich Abraham nur in Mamres Gemach offenbaren. Verständlicher wäre gewesen, wenn der Schöpfer Sich Mamre selbst offenbart hätte, anstatt Sich Abraham zu offenbaren, jedoch nur in Mamres Gemach.

Nach der Regel, dass die Tora im Bereich des Einzelnen studiert wird, waren auch seine drei Freunde – Aner, Eshkol und Mamre – in ihm selbst.

Denn nachdem er den Befehl des Schöpfers gehört hatte, wandte er sich an seinen Körper, damit dieser den Befehl ausführte. In seinem Körper gab es nun drei Ansichten: 1) Aner. Der Zahlenwert dieses Namens ist 320; das weist auf die 320 Funken im Körper hin. In diesen 320 befindet sich noch das Steinerne Herz (Lew haEwen), das sagt: „Ich bin fähig, alles zu tun, was von mir verlangt wird. Aber ich muss verstehen, was ich tun soll.“

Die zweite Ansicht ist Eshkol, abgeleitet von eshkol – „ich werde abwägen“. Er wägt die Sache ab. Nachdem Aner sagt, er sei ein Junge, der nicht versteht, was von ihm verlangt wird, kommt Eshkol und prüft, ob es sich lohnt, das heißt, welchen Gewinn das Verlangen zu empfangen daraus zieht.

Manchmal besitzt er auch die Eigenschaft Mamre, die dem „rebellischen Ältesten“ (Saken Mamre) gegenübersteht; denn ein Ältester wird „ein alter und törichter König“ genannt. Hier spricht Mamre gegen Aner und Eshkol. Er behauptet, er wolle gegen den Verstand gehen – das ist die Eigenschaft Aner – und gegen das Verlangen zu empfangen – das ist Eshkol.

Das ist die Bedeutung der Aussage, dass Mamre ihm zur Beschneidung geraten hatte: Gerade im Gemach Aners, also genau an dem Ort, der „über dem Verstand“ heißt. Über dem Verstand, weil dies die Eigenschaft des Geistes (Ruach) des Verlangens zu empfangen ist. Gerade an diesem Ort offenbarte Sich ihm der Schöpfer, denn genau dort wohnen das Gute und der Genuss. Dann heißt es: „Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen lieben – mit deinen beiden Trieben.“

Daraus folgt: Die drei Freunde, die er um Rat fragte, bezeichnen seinen eigenen Körper; sie selbst müssen zustimmen. Stimmen sie nicht zu, muss man Zwang anwenden. Zuerst jedoch soll man es auf friedlichem Weg versuchen. Gelingt es nicht auf friedlichem Weg, muss man gegen den Körper kämpfen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026