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337. Glücklich ist der Mann

„Glücklich ist der Mann, den Du züchtigst, Ewiger.“ Man kann fragen: Besteht das Schöpfungsziel nicht darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun? Dann wäre dies das Gegenteil des Ziels. Man kann es so erklären: Bekanntlich will jeder Zweig seiner Wurzel gleichen. So heißt es in der Einführung in das Buch Sohar: Die ganze Welt liebt die Ruhe. Doch das gleicht einem Menschen, der einen Stock in der Hand hält und alle schlägt, damit sie arbeiten. Deshalb muss jeder auf seine Ruhe verzichten, um den Leiden zu entgehen, die ihm durch die Stockschläge zugefügt werden.

Der Stock sind die Leiden, die ein Mensch empfindet, wenn ihm etwas fehlt. Wenn ein Mensch also den Mangel hat, dass er nichts zu essen hat, muss er sich anstrengen, um die Qualen des Hungers und dergleichen zu lindern. Je größer der Mangel ist, desto mehr Anstrengung muss er aufbringen, bis er zwangsläufig das erlangt, wonach er sich sehnt.

Wenn ein Mensch keinerlei Spiritualität besitzt und der Schöpfer ihm deshalb Leiden gibt, zwingen ihn diese Leiden zu großer Anstrengung, bis er zwangsläufig die Spiritualität erlangt, deren Fehlen er spürt. Dann wird er sich durch die Leiden bemühen, zur Spiritualität zu gelangen, wo er das Schöpfungsziel empfängt: den Geschöpfen Gutes zu tun.

Dann erkennt er, was Spiritualität bedeutet. Zuvor leidet er nur darunter, dass er sie nicht besitzt, weiß aber noch nicht, was Spiritualität ist. Wenn er sie jedoch erlangt, sieht er das Schöpfungsziel.

Wie mein Vater und Lehrer sagte, liegt darin der Unterschied zwischen Körperlichkeit und Spiritualität: In körperlichen Dingen leidet der Mensch, wenn er sie nicht besitzt; wenn er alles Körperliche hat, findet er darin noch keine Erfüllung. Bei Spiritualität dagegen hat der Mensch keinerlei Leiden, wenn er sie nicht besitzt. Besitzt er sie jedoch, findet er Erfüllung im Leben. Wenn er also darunter leidet, dass ihm Spiritualität fehlt, ist dies der Grund dafür, dass er der Spiritualität würdig wird.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026