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336. Derjenige, der über einen würdigen Menschen weint

„Jedem, der um einen rechtschaffenen Menschen weint, werden all seine Vergehen vergeben. Wer Tränen um einen rechtschaffenen Menschen vergießt, dessen Tränen zählt der Schöpfer und legt sie in Seine Schatzkammer.“1

Man muss verstehen, warum ihm alle seine Vergehen vergeben werden, wenn er Tränen um einen rechtschaffenen Menschen vergießt. Aus welchem Grund werden ihm seine Vergehen vergeben? Außerdem muss man verstehen, wozu der Schöpfer die Tränen zählt. Zu welcher Rechnung muss Er gelangen? Und wofür legt Er sie in Seine Schatzkammer? Wozu braucht Er sie?

Bekanntlich wird der Mensch als ein Gehender und nicht als ein Stillstehender bezeichnet. Das heißt, solange der Mensch noch arm an Verstand ist, gilt für ihn das Prinzip des „auf- und absteigenden Opfers“. Das bedeutet, dass sich seine Nähe zur Heiligkeit (Kedusha) verändert. Manchmal steigt er auf eine höhere Stufe auf, wenn ihm ein Erwachen von oben zuteilwird; manchmal steigt er ab, wenn er in einen Zustand spirituellen Abstiegs gerät. Wenn er sich im Aufstieg befindet, wird er als „rechtschaffener Mensch“ bezeichnet.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Schabbat 105b. ↩