327. Der Verdienst, Gäste zu empfangen
„Gäste zu empfangen ist größer, als das Angesicht der Shechina (göttliche Gegenwart) zu empfangen.“1
Shechina wird als Eigenschaft Malchut (Königreich) bezeichnet, das heißt als Eigenschaft Chochma (Weisheit). Doch Gäste zu empfangen, die Eigenschaft Chassadim (Gnaden, Wohltaten), ist größer. Das heißt: Nachdem der Mensch Chochma erlangt hat, muss er nach Chassadim suchen. Andernfalls kann Chochma nicht bestehen, denn Chochma muss sich in ein Gewand von Chassadim kleiden. Und in der materiellen Welt gibt Er die Mizwa (Weisung der Tora) entsprechend dem Wert der Wurzel, denn in der materiellen Welt sind die Dinge nicht wörtlich zu verstehen.
Denn es ist bekannt: „Die ganze Erde ist erfüllt von Seiner Herrlichkeit.“ Wie kann man dann sagen, jemand lasse die Shechina zu Hause zurück und gehe hinaus, um Gäste zu empfangen? Ebenso wenig kann man sagen, wer der Einwohnung der Shechina würdig geworden ist, sei von allen Mizwot der Tora befreit. Im Gegenteil: Nachdem er der Einwohnung der Shechina würdig geworden ist, erfüllt er Tora und Mizwa in Wahrheit, denn die ganze Tora besteht aus den Namen des Schöpfers. Und nach dem oben Gesagten ist dies einfach zu verstehen.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Schabbat 127a. ↩