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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 302. Denn der Ewige hat Jakob für sich erwählt

302. Denn der Ewige hat Jakob für sich erwählt

„Denn der Ewige hat Jakob für Sich erwählt.“ Unsere Weisen fragten: Wer hat wen erwählt? Hat der Schöpfer Jakob erwählt, oder hat Jakob den Schöpfer erwählt?

Es verhält sich so: Einerseits muss der Mensch glauben, dass der Schöpfer ihn erwählt hat. Dies heißt Persönliche Vorsehung (Hashgacha Pratit). Der Mensch soll den Schöpfer dafür preisen, dass Er ihm die Möglichkeit gegeben hat, Ihm durch die praktische Ausübung von Tora und Mizwot zu dienen.

Zwar empfindet der Mensch die Bedeutung dessen noch nicht, weil er es seit seiner Kindheit gewohnt ist, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen. Damals war er noch nicht fähig, ihre Bedeutung zu empfinden. Später, wenn er heranwächst, begleitet ihn diese Gewohnheit weiter. Sein Herz wird während der Beschäftigung mit Tora und Mizwot unempfindlich, und so empfindet er überhaupt keinen Mangel daran, dass ihm das Gefühl für ihre Bedeutung fehlt.

Dann muss der Mensch die Gewohnheit überwinden und immer prüfen, mit wem und womit er sich gerade beschäftigt. Und er soll sich Rechenschaft darüber geben, dass auch er zu denen gehört, die eingeladen wurden, den Palast des Königs zu betreten.

Das bedeutet: Die höhere Vorsehung hat bewirkt, dass er nicht unter den Völkern erschaffen wurde und auch nicht unter säkularen Juden, sondern gerade bei orthodoxen Eltern zur Welt kam. So befindet er sich in einer Lage, die ihn verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen. Dies heißt: „Der Ewige hat Jakob für Sich erwählt“ – der Schöpfer hat ihn erwählt.

Danach muss der Mensch an der Absicht bei der Beschäftigung mit Tora und Mizwot arbeiten: Zu welchem Ziel sollen sie ihn führen? Dies erfordert besondere Aufmerksamkeit. Tora und Mizwot können ihn dazu bringen, den Weg des Schöpfers zu wählen, sodass alle seine Handlungen und Gedanken einzig darauf gerichtet sind, seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Dies gehört in den Bereich von Lohn und Strafe; die Arbeit beruht also auf der Wahl des Menschen.

Dies heißt, dass Jakob den Schöpfer erwählt hat: Er entschied, dass alle seine Handlungen dem Schöpfer gelten sollen. Das ist die Absicht. Die Handlung dagegen betrifft jeden Menschen: In jedem Zustand, in dem der Mensch sich befindet, soll er den Schöpfer dafür preisen, dass Er ihn der Gelegenheit gewürdigt hat, sich mit dem praktischen Teil von Tora und Mizwot zu beschäftigen. Dies gehört in den Bereich der Persönlichen Vorsehung.

Zur Absicht gehört das Gebet: Der Mensch muss darum beten, dass seine Handlungen um des Himmels willen geschehen. Diese Wahl betrifft gerade diejenigen, die auf den Wegen der Tora gehen wollen, im Sinne der Auffassung der Tora. Wer dagegen nur der Auffassung gewöhnlicher Menschen folgt, gehört lediglich zur ersten Ebene, also zum praktischen Teil ohne Absicht. Denn das Wesentliche der Absicht besteht einzig darin, zur Kraft des Gebens zu gelangen.

Empfangen und Geben gelten auf allen Stufen. Denn vor der Korrektur des Massach (Schirm) wird es Empfangen genannt, also lo liShma – nicht um des Gebens willen, sondern zum eigenen Nutzen. Die Korrektur des Massach aber ist das Geheimnis von liShma, also Geben: um des Gebens willen und nicht zum eigenen Nutzen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026