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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 279. Warum Israel mit einem Olivenbaum verglichen wird

279. Warum Israel mit einem Olivenbaum verglichen wird

„Rabbi Jochanan sagte: ‚Warum wird Israel mit einer Olive verglichen? Um dir zu sagen: So wie eine Olive ihr Öl nur durch Zerschlagen hervorbringt, so kehrt auch Israel nur durch Leiden zum Guten zurück‘.“1

Zum Thema der Leiden, die den Menschen zum Guten zurückbringen: Zunächst muss man wissen, was mit „zum Guten“ gemeint ist. Bekanntlich ist die Neigung des menschlichen Herzens von Jugend an böse. Das bedeutet, dass der Mensch von Natur aus nur für seinen eigenen Nutzen sorgt. Daher ist es völlig ausgeschlossen, dass er die Tora und die Mizwot um des Himmels willen und nicht zu seinem eigenen Nutzen erfüllen kann.

Dies wird vielmehr durch Leiden möglich, also dann, wenn er an materiellen Dingen keinen Geschmack empfindet, das heißt, wenn sie ihm in seinem Leben keine Erfüllung geben. Da der Mensch mit der Absicht erschaffen wurde, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, empfängt er nicht genügend Genuss, als dass es sich für ihn lohnen würde, in der Welt zu leben und alles zu ertragen, nur um den geringen Genuss zu erlangen, den ihm das Materielle gibt.

In dem Maß, in dem er in seinem Leben Leiden empfindet, also nichts hat, woraus er Lebenskraft (Chajut) empfangen kann, annulliert er sich zwangsläufig, um in der Form des Gebens zu arbeiten. Wenn er nämlich erkennt, dass er durch Handlungen des Empfangens keine Lebenskraft erlangen wird, beginnt er, Handlungen des Gebens auszuführen, damit diese ihm Genuss geben.

Daraus folgt, dass die Leiden ihn zum Guten zurückbringen. Die Leiden, die er empfindet, weil er nichts hat, woraus er Genuss empfangen kann, veranlassen ihn, zum Guten zurückzukehren, also Handlungen des Gebens auszuführen. Denn mit „zum Guten“ ist die Eigenschaft des Gebens gemeint, wie geschrieben steht: „Mein Herz quillt über von einer guten Sache; ich sage: Meine Werke sind für den König“, das heißt: um zu geben.

Daraus folgt: Durch die Leiden, die er erträgt, weil er keine Lebenskraft hat, wählt er für sich einen neuen Weg und beginnt, sich mit dem Geben zu beschäftigen.

Obwohl auch dies noch mit der Absicht geschieht, zu empfangen, wird es als lo liShma bezeichnet, das liShma nahe ist. Darin liegt die Bedeutung des Satzes: „Aus lo liShma gelangt man zu liShma“, denn „das Licht in ihr bringt ihn zum Guten zurück“. Da er seine Handlungen ausführt, um zu geben, beginnt er dadurch, in den Handlungen des Gebens Licht zu empfinden. Dieses Licht besitzt die Kraft, ihn später so zu verwandeln, dass er handelt, um zu geben.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Menachot 53b. ↩