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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 301. Die allgemeine Öffentlichkeit und die Auserwählten

301. Die allgemeine Öffentlichkeit und die Auserwählten

Es gibt die breite Masse, und es gibt einzelne Auserwählte. Es gibt Erziehung und Brauch. Und es gibt die Ehrfurcht (Jira) vor dem Himmel.

Die breite Masse steht für Erziehung. Was den Menschen zur Einhaltung von Tora und Mizwot verpflichtet, ist also, dass er so erzogen wurde. Wenn der Körper ihn fragt: „Warum tust du all diese Dinge?“, antwortet er sich: „Weil ich so erzogen wurde und weil dies in der Umgebung, in die ich hineingeboren wurde, bei uns Brauch ist.“

Das ist daher eine feste Grundlage, durch die der Mensch nicht aus seinem Zustand fällt, denn Gewohnheit wird zur zweiten Natur. All die Dinge und Handlungen, zu denen er erzogen wurde, fallen dem Körper deshalb nicht schwer. Denn er hat eine starke Verpflichtung, die „Erziehung“ oder „Brauch“ heißt.

Wenn der Mensch also die Bräuche Israels und seine Erziehung nicht beeinträchtigt hat, kann er seine Gewohnheiten fortsetzen. So steht er etwa nicht vor der Versuchung, am Schabbat mit dem Auto zu fahren, weil er entsprechend erzogen wurde.

Anders ist es, wenn der Mensch Handlungen vollbringen will, zu denen er nicht erzogen wurde. Dann fragt der Körper schon bei jeder Handlung, selbst bei der kleinsten: „Warum tust du das?“, also: Wer verpflichtet dich dazu?

Dann steht der Mensch vor einer Prüfung und einer Wahl, weil er hierzu noch keine Verpflichtung hat. Denn in seiner Umgebung tut man solche Dinge nicht. Daher hat er niemanden, an dem er sich orientieren und von dem er sagen kann: Es gibt eine breite Masse, die so handelt, spricht oder denkt, wie er jetzt handeln will.

Folglich hat er niemanden, auf den er sich stützen kann, denn ihm fehlt eine Grundlage aus Erziehung und Umgebung. Vielmehr muss er sagen, dass die Ehrfurcht vor dem Himmel ihn verpflichtet, so oder so zu handeln. Deshalb kann er sich auf niemanden stützen außer auf den „Einzigen der Welt“.

Dieser Mensch gehört daher zu den Auserwählten und nicht zur breiten Masse, in deren Mitte er geboren wurde und seine Erziehung erhielt. Deshalb benötigt er nun die Hilfe des Schöpfers. Das ist die Bedeutung von: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Da er von der breiten Masse keine Hilfe erhalten kann, ist er auf das Erbarmen des Himmels angewiesen und muss die Tora vom Himmel empfangen.

Die Tora hingegen, die bei der breiten Masse üblich ist, kann ihm nicht helfen, denn sie geben ihm keine Kraft, mehr zu arbeiten, als sie selbst haben.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026