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305. Die Bedeutung des Bösen

Das Böse im Menschen wird nur dann als böse bezeichnet, wenn er es als solches empfindet. Das heißt: Das Ausmaß, in dem das Böse ihn daran hindert, das Gute zu empfangen, bestimmt die Größe des Bösen.

In der Welt ist es üblich: Wenn jemand durch seinen Freund einen Groschen verliert, wird er deshalb nicht zu dessen Feind, denn ein Groschen ist nicht wichtig genug, um darüber einen Streit mit dem anderen anzufangen. Erst in dem Maß, in dem sein Freund ihm Verluste zufügt, bildet sich das Maß des Hasses – bis er ihn nicht mehr ertragen kann.

Daraus folgt: In dem Maß, in dem der Mensch Tora und Mizwot Bedeutung beimisst, kann er auch das Maß seines Hasses auf das Böse bestimmen, das ihn daran hindert, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen. Wenn der Mensch daher zum Hass auf das Böse gelangen will, muss er die Bedeutung des Spirituellen steigern.

Dann erlangt er von selbst ein Maß an Hass, das ihn davon fernhält, sich mit seinem Bösen zu verbinden, wie geschrieben steht: „Ihr, die ihr den Ewigen liebt, hasst das Böse.“ Das heißt: In dem Maß, in dem der Mensch den Schöpfer liebt, hasst er die Hindernisse, die ihn davon abhalten, den Schöpfer zu lieben.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026