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293. Wer den Schabbat vorschriftsgemäß vor seiner Entweihung hütet

Über das Hüten des Schabbat im Sinne der spirituellen Arbeit. Es gibt sechs Tage des Tuns, die Werktage sind, und den Schabbat, an dem jede Tätigkeit verboten ist. „Werktag“ heißt der Zustand, in dem ein Mensch fühlt, dass er der Heiligkeit (Kedusha) fern ist. Dann muss er daran arbeiten, seine Handlungen zu korrigieren, um sich der Heiligkeit zu nähern. Heiligkeit besteht gerade darin, dass er eine Angleichung der Form besitzt. In dem Maß, in dem er sich nähert, empfindet er die Fülle der Heiligkeit.

Wenn er also dahin gelangt, die Heiligkeit zu empfinden, braucht er nicht mehr an der Korrektur des Bösen zu arbeiten. Dieser Zustand heißt daher Schabbat, weil Er von all Seinem Werk ruhte (shavat). Das bedeutet: Nur solange sich der Mensch an den Werktagen befindet und die Heiligkeit nicht empfindet, gibt es die Arbeit an der Korrektur des Bösen.

Daher heißt die Arbeit der Werktage Erwachen von unten (Itaruta deLetata), und darauf folgt ein Erwachen von oben (Itaruta deLeila), die Schabbat heißt, wenn die Heiligkeit vom Schöpfer auf ihn einströmt. Dann muss er den Schabbat hüten. Das heißt, seine ganze Arbeit am Schabbat besteht nur darin, den Schabbat zu hüten – also seine Aufmerksamkeit nicht von der Heiligkeit des Schabbat abzuwenden.

Das Hüten erklärt sich aus der Wichtigkeit der Sache. Denn in der Natur gilt: Je wichtiger etwas ist, desto sorgfältiger muss es gehütet werden; und was nicht so wichtig ist, wird auch weniger sorgfältig gehütet. Daher zeigt sich die Arbeit des Hütens des Schabbat in der Größe und Wichtigkeit der Heiligkeit des Schabbat.

Hier stellt sich die Frage: Wie kann ein Mensch dahin gelangen, die Wichtigkeit der Heiligkeit zu empfinden? Die Antwort lautet: Dies kommt durch die Arbeit an den Werktagen. In dem Maß, in dem er an den Werktagen darunter litt, dass es Werktag und nicht heilig war, schätzt er den Schabbat. So heißt es: „Wer den Schabbat vorschriftsgemäß vor seiner Entweihung hütet.“ Das heißt: Ob er den Schabbat vorschriftsgemäß hüten kann, hängt von „seiner Entweihung“ (mechallelo) ab.1

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Dasselbe Wort lässt sich auf chol, den Werktag, beziehen – also auf das Maß seiner Arbeit an den Werktagen. ↩