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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 269. Kein Mensch müht sich für ein Mahl ab und lässt es verderben

269. Kein Mensch müht sich für ein Mahl ab und lässt es verderben

„Es gilt als sicher, dass kein Mensch sich für ein Mahl abmüht und es verderben lässt.“1

Im Sinne der ethischen Lehre lässt sich dies so erklären: Der Mensch kann nur so arbeiten, dass es lo liShma (nicht um des Gebens willen) geschieht, weil es seiner Natur entspricht, für sich selbst empfangen zu wollen. Wenn er jedoch viel Zeit und große Mühe in die Absicht investiert hat, lo liShma zu arbeiten, wird er sich am Ende Rechenschaft ablegen und fragen, was aus der Mühe wird, die er sein ganzes Leben lang aufgewendet hat. Wenn seine Absicht lo liShma ist, geht alles verloren, denn die Arbeit lo liShma gehört zur Lüge. Die Lüge kann nur in dieser Welt bestehen; in der Welt der Wahrheit hingegen gibt es keinen Platz für sie.

Was wird also aus all der Mühe, die er sein ganzes Leben lang für Tora und Arbeit aufwendet? Wer wird sie entgegennehmen? Schließlich gibt es dafür keinen Platz in der Welt der Wahrheit, und es gilt die Regel: Kein Mensch müht sich für ein Mahl ab und lässt es verderben.

Daraus folgt: All die Mühe, die er in dieser Welt aufgewendet hat, wird er mit einem Mal verlieren. Sobald der Mensch in die Welt der Wahrheit gehen muss, lässt er all seine Mühe in dieser Welt zurück. Diese Überlegung bringt ihn zur Umkehr (Teshuwa), damit er seine ganze Arbeit korrigiert und sie liShma (um des Gebens willen) verrichtet, denn er will nicht, dass seine gesamte Arbeit in dieser Welt vergeblich ist.

Der Rat für den Menschen lautet daher: Wenn er sieht, dass er noch nicht fähig ist, liShma zu arbeiten, soll er sehr viele Handlungen ausführen, die lo liShma geschehen. Wenn er nämlich sieht, dass er viele solcher Handlungen vollbracht hat, bleibt ihm keine andere Wahl, als umzukehren und liShma zu handeln; andernfalls wäre seine ganze Arbeit vergeblich gewesen.

Es gilt die Regel: Kein Mensch müht sich für ein Mahl ab und lässt es verderben. Wenn er also viele Handlungen lo liShma vollbracht hat, wird er seine ganze Mühe nicht verlieren wollen. Daher entsteht in ihm das Bedürfnis, seine gesamte Arbeit zu korrigieren, damit sie in die Heiligkeit (Kedusha) eingeht.

Wer dagegen lo liShma arbeitet, aber nicht viele Handlungen vollbracht hat – also nicht viel Zeit für Tora und Arbeit aufgewendet hat, die lo liShma geschehen –, verspürt kein so großes Bedürfnis nach Umkehr, weil er nicht so viele Handlungen zu verlieren hat. Deshalb muss man sich bemühen, selbst lo liShma viele gute Taten zu vollbringen. Denn dadurch entsteht in einem das Bedürfnis, umzukehren und sich liShma zu beschäftigen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Ketubot 10. ↩