246. Zum Thema Shekalim – 2
Zum Thema der Schekel, das zu den Dingen gehört, bei denen Moses Schwierigkeiten hatte: Rashi schreibt: „Er zeigte ihm eine Art Münze aus Feuer, deren Gewicht einem halben Schekel entsprach, und sagte zu ihm: ‚So sollen sie geben.‘“1 Man muss verstehen, weshalb ihm dies mehr Schwierigkeiten bereitete als andere Dinge. Außerdem muss man verstehen: Die Tora ist ewig – welche Bedeutung hat das Thema der Schekel in unserer Zeit? Und weshalb handelt es sich gerade um eine Hälfte?
Ein halber Schekel heißt „Beka (Halbschekel) pro Galgalta (Schädel)“. Im Sohar steht: „Jede Galgalta gibt Atik Yomin den Lohn für das Weiße, wenn sie bei der Zählung unter den Stab treten. Dem entspricht unten ein Beka pro Galgalta, wenn sie bei der Zählung eintreten.“2
Baal HaSulam erklärte: Galgalta wird „Anfang“ genannt, Beka heißt „Zerbrechen“, und Chiwarta bedeutet „weiß“ – die Eigenschaft von Glaube und Anhaftung (Dwekut). Darin liegt die Aussage, den Lohn für das Weiße zu geben, nämlich die Anhaftung an Atik Yomin.
Seine Worte lassen sich so erklären: „Die Tora wurde mit schwarzem Feuer auf weißem Feuer geschrieben.“ Das Schwarze bezeichnet die Zeit der Verhüllungen und Dinim, die dem Menschen als Hindernisse für die Arbeit für den Schöpfer erscheinen. Wenn fremde Gedanken zu ihm kommen, hindern sie ihn daran, Kraft und Mühe in die Arbeit zu investieren. So kann sein Glaube abreißen, und er wird von der Anhaftung an Ihn getrennt. Dieser Zustand heißt „Zeit der Schwärze“.
Wenn er seinen Zustand überwindet und das Höhere Licht herabzieht, heißt dies Klarheit und die Eigenschaft des Weißen. Gerade weil er Verhüllungen erlebt, die als Schwärze bezeichnet werden, muss er das Höhere Licht herabziehen. Somit bewirken sie, dass er hoher Stufen würdig wird.
Zum halben Schekel: Weshalb gab man keinen ganzen Schekel, sondern gerade eine Hälfte? Im heiligen Sohar wird die Hälfte durch den Vers erklärt: „Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme nicht weniger als einen halben Schekel.“3 Im Sulam wird dazu erläutert, dass jede Stufe eine rechte und eine linke Seite hat. Der Schekel bezeichnet eine Waage, mit der gewogen wird, sodass die Chassadim Chochma nicht überwiegen und Chochma die Chassadim nicht überwiegt. Siehe dort.
Dies lässt sich auch im einfachen Sinn verstehen. Bekanntlich macht ein Mensch keine Bewegung, ohne zuvor abzuwägen, ob sie sich für ihn lohnt. Wenn er etwas gewinnen kann, hat er die Kraft, sich zu bewegen; andernfalls bleibt er im Zustand der Ruhe.
Wenn der Mensch etwas mit der Absicht zu geben tun will und abzuwägen beginnt, ob es sich für ihn lohnt, widersetzt sich ihm der Körper, denn er sieht nicht, was er gewinnen kann, wenn er mit der Absicht zu geben handelt.
Dann bleibt ihm kein anderer Rat als das Gebet. Darin liegt die Aussage unserer Weisen: „Das Gebet bewirkt eine Hälfte.“ Darüber heißt es, dass der Schöpfer uns hilft. Unsere Weisen legten dies so aus: „Wenn der Schöpfer ihm nicht helfen würde, könnte er ihn nicht überwinden.“4 Der Mensch kann also nur eine Hälfte geben, nämlich das Gebet; die zweite Hälfte gibt der Schöpfer.
Deshalb heißt es: „Der Reiche soll nicht mehr geben.“ Wer reich an Verstand und Eigenschaften ist, kann nichts anderes bewirken als ein Gebet, denn ohne die Hilfe des Schöpfers kann er ihn nicht überwinden.
Und der Arme, dem es an Einsicht, Verstand und guten Eigenschaften fehlt, soll nicht weniger Gebet geben. Darin sind alle gleich: Alle brauchen die Hilfe des Schöpfers, damit sie etwas mit der Absicht zu geben tun können. Deshalb soll man nur einen halben Schekel geben. Nachdem der Mensch in seinem Verstand abgewogen hat, dass er mit der Absicht zu geben handeln will, muss er also eine Hälfte geben, nämlich das Gebet, denn „das Gebet bewirkt eine Hälfte“.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026