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260. Größer ist der, dem geboten wird und der tut

„Größer ist, wer den Auftrag erhält und handelt, als jemand, der keinen Auftrag erhält und handelt.“1 Im Sinne der ethischen Lehre ist dies so zu erklären: „Er erhält den Auftrag und handelt“ bedeutet liShma (um des Gebens willen); „er erhält keinen Auftrag und handelt“ bedeutet lo liShma (nicht um des Gebens willen).

Da er nicht um des Himmels willen handelt, erfüllt er die Mizwa nicht deshalb, weil er jemanden hat, der ihm Anweisungen gibt und gebietet, die Mizwa zu erfüllen. Denn die Mizwa verpflichtet ihn nicht zum Handeln. Nicht der Gebietende veranlasst ihn also, die Mizwa zu erfüllen, sondern lo liShma ist der Beweggrund. Folglich hat er niemanden, der ihm gebietet.

Wenn daher der Gebietende – also der Schöpfer – ihn dazu bewegt, die Mizwa zu erfüllen, ist dies zweifellos weitaus größer. Zwar hat lo liShma insofern einen Wert, als es ihn zu liShma führt; doch liShma ist zweifellos größer als lo liShma.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Traktat Kiddushin 31a. ↩