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263. Der Lohn der Braut

„Der Lohn der Kala [hier: die Tora-Lehrversammlung] ist die Bedrängnis [wörtlich: das Gedränge].“1 Kala [wörtlich: Braut] bezeichnet den Glauben. Der ganze Gewinn liegt darin: Wenn der Mensch in Tora und Mizwot [Gebote] Bedrängnis empfindet, dann hat er Raum, den Glauben über dem Verstand anzunehmen.

„Der Lohn des Gehörten ist das Verständnis.“447 Der Lohn der Tora, die „Hören“ genannt wird, ist gerade Wissen und nicht Glaube. Denn wenn der Mensch Tora lernt und nicht versteht, was darin geschrieben steht, heißt dies „Mizwa“ und nicht „Tora“.

„Der Lohn des Trauerhauses ist Schweigen.“2 Wo Leid herrscht, liegt der Gewinn darin, dass der Mensch die Vorsehung rechtfertigen und sagen kann: „Schweig! So ist es im Gedanken aufgestiegen.“

„Der Lohn des Fastens ist Almosengeben.“448 Doch Samuel sagt: „Wer fastet, wird Sünder genannt.“3 Das ist so zu erklären: Da das Schöpfungsziel darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, handelt der Fastende dem Ziel entgegen und wird deshalb „Sünder“ genannt.

Wenn er jedoch Almosen gibt, zeigt dies, dass er sich nun mit der Ehrfurcht vor dem Himmel beschäftigt, die Glaube genannt wird. Darüber steht geschrieben: „Und er glaubte an den Ewigen, und Er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.“4 Dann erkennt er selbst, dass dies keine Vollkommenheit ist. Er muss der Tora würdig werden; dann empfängt er das in der Tora verborgene Licht, und darin liegt das Ziel.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Babylonischer Talmud, Berachot 6b. ↩

  2. Babylonischer Talmud, Berachot 6b. ↩

  3. Babylonischer Talmud, Taanit 11a. ↩

  4. 1. Mose 15:6. ↩