276. Wenn ein Mensch auf der Haut seines Körpers
„Wenn ein Mensch auf der Haut seines Körpers eine Erhebung, einen Ausschlag oder einen hellen Fleck hat und daraus auf der Haut seines Körpers ein Aussatzmal wird, soll er zu Aaron, dem Priester, gebracht werden.“
Die Kommentatoren fragten, warum dort „Mensch“ und nicht „Mann“ steht. Dies lässt sich möglicherweise im Sinne der Aussage unserer Weisen erklären: „Ihr werdet ‚Mensch‘ genannt.“1 Darin liegt der Beweis, dass Götzendiener durch Aussatzmale nicht unrein werden.
Es heißt: „Wenn ein Mensch auf der Haut seines Körpers etwas hat.“ Die Unreinheit des Aussatzes befindet sich bei einem Menschen aus Israel also nur auf der Haut seines Körpers und nicht in seinem Inneren. Denn bei einem Götzendiener ist schon die Seele selbst aussätzig und gehört zur Art des Aussatzes. Wenn aber die Seele eines Israeliten wegen einer Sünde, die er begeht, davon getroffen wird, erscheint der Aussatz nur auf der Haut seines Körpers – gerade auf seiner Haut, nicht in seinem Fleisch und erst recht nicht in seinem Inneren (Or HaChaim).
Und es ist zu fragen:
1) Warum heißt es ausdrücklich: „Ihr werdet ‚Mensch‘ genannt“?
2) Warum ist er, weil er „Mensch“ genannt wird, in seinem Inneren rein?
Dies lässt sich im Sinne dessen erklären, was unsere Weisen über den Vers sagten: „Das Ende der Sache: Alles wird gehört. Fürchte Gott und halte Seine Mizwot, denn das ist der ganze Mensch.“ Einer von ihnen fragte: „Was bedeutet: ‚Denn das ist der ganze Mensch‘?“ Die ganze Welt wurde nur für diesen Menschen erschaffen; er wiegt die ganze Welt auf; die ganze Welt wurde nur erschaffen, um ihm Gesellschaft zu leisten.2
Das bedeutet: Der Sinn des Wortes „Mensch“ ist Ehrfurcht vor dem Himmel. „Ihr werdet ‚Mensch‘ genannt“ bezieht sich also auf die Ehrfurcht vor dem Himmel: Wer Ehrfurcht vor dem Himmel hat, wird „Mensch“ genannt. Wenn er daher manchmal eine Sünde begeht, ist sie nur ein zufälliger Vorfall und gehört zu seinem Äußeren. Darauf weist die Haut hin, denn die Haut ist das Äußere. So wird erklärt, dass es Mocha (Gehirn), Knochen, Sehnen, Fleisch und Haut gibt.
Daraus wird deutlich: Wer als „Mensch“ gilt, ist in seinem Inneren rein. Die Unreinheit, die sich bei ihm manchmal infolge einer Sünde zeigt, befindet sich nur außen. Deshalb hat ein Götzendiener, also jemand, der keine Ehrfurcht vor dem Himmel hat, keinen Aussatz; er ist von innen unrein.
Nur bei jemandem, der Ehrfurcht vor dem Himmel hat und „Mensch“ genannt wird, kann von einer Sünde die Rede sein. Die Sünde zeigt sich bei ihm in Form eines Aussatzes, der am Menschen haftet.
Wer dagegen keine Ehrfurcht vor dem Himmel hat, ist voller Sünden, und auch sein Inneres ist nicht so, wie es sein sollte. Deshalb kann man eine Sünde bei ihm nicht seinem Äußeren zurechnen; vielmehr ist er auch in seinem Inneren unrein.
Zur Ehrfurcht vor dem Himmel gelangt man durch die Tora, wie unsere Weisen sagten: „Das Licht in ihr führt ihn zum Guten zurück.“
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026