<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek
Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 280. Diese Welt und die nächste Welt – 1

280. Diese Welt und die nächste Welt – 1

„Sie ist kostbarer als Perlen“ usw. und „sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold“. Dazu wurde gesagt: Diese Welt, also der Weg der Vorbereitung, ist nur ein Übergang, auf dem ein Leben voller Leid herrscht.

Die Kommende Welt aber gleicht einem Festsaal, denn in einem Festsaal finden sich alle Arten von Genüssen. Ebenso finden sich auch in der Kommenden Welt, die als die Tora selbst bezeichnet wird, bereits alle Arten von Genüssen, wie geschrieben steht: „Sie sind begehrenswerter als Gold.“ Sie heißt „die Kommende Welt“, weil sie kommt, nachdem man den Weg der Tora durchlaufen hat. Dieser wird als ein Leben voller Leid bezeichnet, weil auf ihm Anstrengung erforderlich ist.

Daraus folgt, dass „diese Welt“ der Zustand heißt, in dem sich der Mensch befindet, wenn er beginnt, den Weg der Tora zu betreten. Diesen Zustand hat er jetzt, zu Beginn. Deshalb heißt er „diese Welt“, und er ist nur ein Vorraum.

Wenn er danach zum Leben der Tora selbst gelangt, heißt dies „die Kommende Welt“. So heißt der Zustand, der kommt, nachdem er den Weg der Tora, den sogenannten Vorraum, unversehrt durchlaufen hat. Dann empfindet man den Zustand: „Ein Leben voller Leid sollst du leben.“ Dies ist die Bedeutung von „dieser Welt“ und „der Kommenden Welt“ im Sinne der ethischen Lehre.

„Warum wurde Israel mit einem Olivenbaum verglichen? Um dir zu sagen: So wie die Blätter des Olivenbaums weder im Sommer noch in der Regenzeit abfallen, so hat auch Israel niemals ein Ende, weder in dieser Welt noch in der Kommenden Welt.“1

Wir sehen, dass es beim Olivenbaum drei Unterscheidungen gibt: Blätter, Früchte und Öl. Die Blätter eignen sich als Nahrung für Tiere, die Früchte als Nahrung für Menschen. Beim Olivenbaum zielt die Hauptabsicht jedoch nicht auf die Frucht, sondern auf das Öl.

Der Mensch gleicht dem Baum des Feldes, wie geschrieben steht: „Denn der Mensch ist der Baum des Feldes.“ Die Blüte beginnt mit den Blättern. Denn sobald der Mensch seine Arbeit auf dem Weg der Wahrheit aufnimmt, beginnt er einen Schatten zu empfinden, also eine Verhüllung. Wir sehen nämlich in der materiellen Welt, dass die Blätter Schatten auf den Menschen werfen. Deshalb wird der Schatten, also die Verhüllung, als „Blätter“ bezeichnet.

Wenn er danach alle Verhüllungen auf sich nimmt und sie überwindet, entstehen daraus Früchte. Die Blätter sind also die Ursache, aus der die Frucht hervorgeht. Denn nachdem er das Joch über dem Verstand auf sich genommen hat, entsteht daraus Nahrung, die sich zum Verzehr durch den Menschen eignet.

In der Zeit der Blätter, also der Verhüllungen, wird dies „Tiernahrung“ genannt; der Glaube wird als Nahrung für den Menschen bezeichnet. Wenn er all diese Verhüllungen auf sich nimmt, macht er daraus Nahrung für den Menschen. Der Geschmack der Olive ist jedoch bitter, denn solange er aus den Blättern Nahrung macht, ist sie bitter. Durch das Zerschlagen aber gewinnt er ihr Öl, das als Tora bezeichnet wird, wie es heißt: „Vom Duft deiner Öle.“

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Menachot 53b. ↩