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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 285. Ein Mensch baut ein Gebäude

285. Ein Mensch baut ein Gebäude

In dieser Welt errichtet ein Mensch ein Gebäude, und ein anderer nutzt es ab. Doch in der Zukunft wird nicht einer bauen und ein anderer darin wohnen.

Diese Welt wird lo liShma genannt, und die Zukunft wird liShma genannt, denn aus lo liShma gelangt man zu liShma. Der gegenwärtige Ort, an dem man sich in lo liShma befindet, wird diese Welt genannt, denn dort befindet man sich jetzt. „In der Zukunft“ bedeutet dagegen später, wenn man zu liShma gelangt.

Als „Gebäude“ gilt, was ein Mensch in der Tora für andere tut, nicht um des Himmels willen. Dies wird so bezeichnet, dass er ein Gebäude errichtet – nach dem Ausspruch: „Lies nicht ‚deine Söhne‘, sondern ‚deine Erbauer‘“ –, jedoch für andere. Denn seine Absicht ist nicht auf sein eigenes Wohl gerichtet: Er beabsichtigt nicht, durch Tora und Mizwot dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, dadurch selbst dem Schöpfer näherzukommen und an sich zu verwirklichen: „Der Schöpfer sehnte Sich danach, unter den Unteren zu wohnen.“ Vielmehr tut er es für andere.

Doch in der Zukunft, wenn er sich mit liShma beschäftigt, baut er für sich selbst, sodass er selbst aus seiner Arbeit Nutzen zieht.

„In dieser Welt“ lässt sich noch anders erklären: Wenn ein Mensch sich zu seinem eigenen Nutzen mit Tora und Mizwot beschäftigt und seine Absicht auf das Empfangen gerichtet ist, kann er das Gebäude, das er errichtet, nicht nutzen.

Denn eine Stunde Tora und eine Stunde Gebet (Tefilla) gleichen einem Ziegel auf dem anderen. Dadurch entsteht ein großes Gebäude, entsprechend dem Maß seiner Arbeit in Tora und Mizwot. Dies sind Kelim (Gefäße), die mit dem verborgenen Licht gefüllt werden können, nach dem Geheimnis des Verses: „An jedem Ort, an dem Ich Meinen Namen erwähnen lasse“, also nach dem Geheimnis der Worte: „bis der Kenner der Geheimnisse über ihn bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Unvernunft zurückkehren wird.“ Dann gilt: „werde Ich zu dir kommen und dich segnen“; in allen Kelim, die der Mensch vorbereitet, ruht der Segen des Schöpfers.

Dies wird die Errichtung des Tempels genannt. Sie ist nur möglich, wenn seine Arbeit um des Himmels willen geschieht. Dann kann der Mensch den Segen des Schöpfers genießen. So wohnt der Mensch in dem Gebäude, das er errichtet hat. Dies gilt jedoch nur für die Kommende Welt, für denjenigen, der für die Spiritualität von liShma arbeitet. Denn diese Welt gilt als die Gegenwart, also als der Ort, an dem er sich jetzt befindet. Dies entspricht dem Ausspruch: „Ein Mensch soll sich immer mit Tora und Mizwot in lo liShma beschäftigen.“

Danach folgt der Zustand der Zukunft, also die Welt, die naht und kommt, wie es im heiligen Sohar geschrieben steht und in den Worten unserer Weisen als „zu liShma gelangen“ bezeichnet wird. Dann wird es nicht so sein, dass sie bauen – sich also mit Tora und Mizwot beschäftigen – und ein anderer darin wohnt, sondern er selbst wird darin wohnen. Denn weil seine Absicht liShma ist, werden ihm die Geheimnisse der Tora offenbart, und er wird wie eine Quelle, die immer stärker hervorquillt.

Bei lo liShma dagegen lässt sich auf ihn anwenden, was unsere Weisen sagten: „Einer geht hinaus, um zu lehren“, das heißt, er besitzt das Verdienst, durch das einer hinausgeht, um zu lehren. So müht er sich mit Tora und Mizwot ab, während andere daraus Nutzen ziehen – nämlich diejenigen, die hinausgehen, um zu lehren. Dies ist die Bedeutung der Worte: „Ist er würdig, erhält er im Garten Eden seinen Anteil und den Anteil seines Nächsten.“

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026