297. Er hebt die Armen aus dem Staub empor, hebt die Bedürftigen aus dem Müll empor
Der Unterschied zwischen Staub und Abfall besteht darin, dass Staub etwas Natürliches ist, das so entstanden ist, während man mit Abfall Ausschuss bezeichnet. Unsere Weisen sagten: „Niemand ist ärmer als ein Hund, und niemand ist reicher als ein Schwein.“1 Denn ein Schwein findet überall seine Nahrung, da für ein Schwein auch Abfälle Nahrung sind.
Dies ist so zu erklären: Solange der Mensch die Sünde der Urschlange nicht korrigiert hat, empfindet er den ganzen Geschmack an Tora und Mizwot lediglich als Staub. Dies wird „die Shechina im Staub“ genannt. Seine Absicht in Tora und Mizwot sollte darauf gerichtet sein, dass wir durch unsere Arbeit die Shechina aus dem Staub aufrichten können.
Dies geht aus der Erschaffung der Welten hervor, die mit der Absicht erfolgte, dass wir die Korrektur der Angleichung der Form vornehmen können, wie unsere Weisen sagten: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“2 Deshalb wurden auf das Kli (Gefäß) des Empfangens ein Zimzum (Einschränkung) und eine Verhüllung gelegt, sodass es einem leeren Raum gleichkommt, der frei und leer von Heiligkeit (Kedusha) ist. Daher wird der Geschmack des Staubes als Folge der Schöpfung betrachtet.
Deshalb sagt der Vers: „Er richtet den Armen aus dem Staub auf.“ Das heißt, die heilige Shechina wird aus dem oben genannten Grund arm und bedürftig genannt, denn alle sehen, dass sie uns als Gegenleistung für die Beschäftigung mit Tora und Mizwot nichts zu geben hat.
Daraus folgt, dass alle Genüsse der Menschen lediglich aus Abfällen der Heiligkeit stammen, die sich in die körperlichen Genüsse hineinziehen. Dies wird „feines Leuchten“ genannt, das die Klipot (Schalen) belebt. Und dies heißt „Abfall“.
Daher heißt es: „Aus dem Abfall erhebt Er den Bedürftigen.“ Das bedeutet, dass der Mensch erhoben werden muss, damit er nicht den niedrigen Genüssen folgt, die „Abfall“ genannt werden. Wenn er sich vom Abfall fernhält, wird er dessen würdig, die Shechina aus dem Staub aufzurichten, denn das eine hängt vom anderen ab.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026