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303. Erfreue sie mit einem vollkommenen Gebäude – 2

„Erfreue sie mit einem vollkommenen Bau; lass sie im Licht Deines Angesichts erstrahlen.“1

Wir müssen verstehen, was ein vollkommener und was ein unvollkommener Bau ist. Bei allem, was ein Mensch tut, möchte er durch seine Arbeit einen Bau errichten, in dem er wohnen kann.

Es gibt einen Bau, in dem der Mensch selbst wohnen wird. Dieser Bau wird „unvollkommen“ genannt, weil der Mensch Mängel hat. Daher wird der Bau nach dem Menschen benannt und heißt folglich ein unvollkommener Bau.

Wenn der Mensch dagegen durch seine Arbeit einen Bau für den Schöpfer errichten will, in dem der Schöpfer wohnen wird, heißt dies ein vollkommener Bau, denn der Schöpfer ist vollkommen. Der Bau wird nach Ihm benannt und heißt deshalb ein vollkommener Bau, wie geschrieben steht: „Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, damit Ich in ihrer Mitte wohne.“

„Erfreue sie“ bedeutet: Wenn ein Mensch entscheidet, dass es sich nicht lohnt, für sich selbst zu arbeiten, also für sich selbst einen Bau zu errichten, und beginnt, um des Schöpfers willen zu bauen, dann gilt: „Er ist aus der Allgemeinheit herausgetreten, aber noch nicht angekommen.“

Denn wenn er liShma arbeiten will, kommt der Körper und fragt: „Was soll euch dieser Dienst?“ Dann empfindet er keine Freude, weil der Körper sich ihm widersetzt. Er sagt ihm, er solle sich nicht aus der Allgemeinheit ausschließen, denn die ganze Allgemeinheit ist damit beschäftigt, ihren eigenen Bau zu errichten, das heißt, der Mensch soll für seine Arbeit eine Gegenleistung erhalten.

Deshalb sagen wir „Erfreue sie“, wenn sie sich mit einem vollkommenen Bau beschäftigen. Wenn der Schöpfer ihnen dadurch Freude schenkt – die Freude einer Mizwa, das Licht des Glaubens, das „Lass sie im Licht Deines Angesichts erstrahlen“ genannt wird –, können sie ihre Arbeit vollenden.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Lieder zum heiligen Schabbat-Abend. ↩