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307. Es gibt keinen Grashalm unten

„Es gibt keinen Grashalm unten, der keinen Engel hätte, der ihn schlägt und ihm sagt: Wachse!“

Es ist zu fragen, weshalb man ihn schlagen muss, da er sonst nicht wachsen will. Schließlich sehen wir doch in der Natur, dass jeder wachsen und nicht klein bleiben will.

Um dies zu verstehen, ist es im Sinne der spirituellen Arbeit zu erklären. Solange der Mensch von Natur aus im Irdischen versunken ist, verzichtet er auf jede Art von Gadlut (Erwachsensein) und will im Irdischen bleiben. Doch es gibt eine Kraft von oben, die „Engel“ genannt wird. Ein Engel ist eine Kraft des Gebens, die ihn schlägt und ihm sagt: „Wachse!“ Das heißt, sie schlägt ihn mit ihrer Kraft des Gebens und sagt ihm: „Wachse, komm aus dem Irdischen heraus“, obwohl der Mensch mit dem Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) erschaffen wurde, das „das Irdische“ genannt wird.

Vom Verlangen zu empfangen her würde der Mensch im Irdischen bleiben und hätte niemals die Fähigkeit, daraus herauszukommen. Doch die in der Welt vorhandene Kraft des Gebens, die „Engel“ genannt wird, bereitet ihm Leiden, dadurch, dass er keine Befriedigung daraus ziehen kann, das Verlangen zu empfangen zu erfüllen. Die Leiden, die er empfindet, geben ihm somit den Anstoß, aus dem Irdischen herauszukommen.

Dies entspricht dem Vers: „Wohl dem Mann, den Du, Ewiger, züchtigst.“ Dadurch, dass der Schöpfer Leiden in das Irdische sendet – das heißt, dass der Mensch keine Befriedigung am Irdischen findet –, wird er dazu gedrängt, zu wachsen und aus der Erde herauszukommen.

Daraus folgt: In dem Maß, in dem der Mensch die Schläge empfindet, beginnt er zu wachsen und aus der Erde herauszukommen. Andernfalls wäre er in der Erde versunken geblieben.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026