306. Wenn der Rav einem Engel des Ewigen gleicht
Beim Mahl zu Rosch Chodesch Adar 5732 [15. Februar 1972]
„Wenn der Rav einem Engel des Ewigen der Heerscharen gleicht, soll man Tora aus seinem Mund suchen.“ Der Begriff „Engel“ bezeichnet einen, der keinen Bösen Trieb (Jezer haRa) hat, wie unsere Weisen sagten: „Als Moses in die Höhe aufstieg, sagten die Engel: ‚Lege Deine Herrlichkeit über die Himmel.‘ Der Schöpfer sagte [zu Moses]: ‚Gib ihnen eine schlagende Antwort.‘ [Moses] sagte zu ihnen: ‚Habt ihr etwa einen Bösen Trieb?‘.“1 Daraus folgt, dass ein Engel keinen Bösen Trieb hat.
Deshalb sind die Worte „wenn der Rav“ so zu erklären: Der Rav sagt, dass jeder Einzelne einem Engel gleichen soll. Die Schüler sollen also die Angleichung der Form an einen Engel erreichen, der keinen Bösen Trieb hat; dann „soll man Tora aus seinem Mund suchen“.
Das bedeutet: Man soll beim Rav Tora darüber suchen, wie man die Angleichung an einen Engel erreicht. Denn es gibt keinen anderen Rat, das Böse zu bezwingen, als durch die Tora, wie unsere Weisen sagten: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“
„Und wenn nicht“: Wenn der Rav mit ihnen nicht lernt, wie man einem Engel gleicht, dann „soll man keine Tora aus seinem Mund suchen“, denn seine Tora folgt nicht der wahren Richtung.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Schabbat 88b. ↩